Bis vor zehn Jahren hatte praktisch jede Bank ihre eigene Kernbankenlösung in der IT. Inzwischen wird die neue Kernbankensoftware praktisch immer ab Stange gekauft: Dieser Trend läuft zugunsten der zwei kotierten Schweizer Bankensoftwarespezialisten Temenos und Crealogix.

Temenos zählt dabei mit einem für dieses Jahr zu erwartenden Umsatz von 450 Mio Dollar zu den ganz grossen unabhängigen Anbietern in diesem Geschäft. Ihre Position verstärkte Temenos letzte Woche noch mit einem wichtigen Zukauf: Das luxemburgisch-schweizerische Softwarehaus Odyssey entwickelt Bankenlösungen für Privatbanken und Vermögensverwalter ? ein Bereich, wo Temenos bisher kaum vertreten war, der Markt aber am stärksten wächst.

Übernahme kommt gut an

Temenos zahlte für das gerade profitabel arbeitende Unternehmen inklusive Schulden das 1,3-fache des Umsatzes und damit einen Bruchteil des Betrages, den US-IT-Konzerne wie IBM, HP, Intel, Dell und Oracle für Akquisitionen in den letzten Monaten hingeblättert hatten. Bei Analysten kommt die Übernahme gut an. «Mit der Akquisition katapultiert sich Temenos an die Spitze im schnell wachsenden Markt für Private-Banking- und Vermögensverwaltungssoftware», sagt Vontobel-Analyst Panagiotis Spiliopoulos. Der Aktienkurs von Temenos hat seit Anfang 2010 um 15% zugelegt.

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