Lange Zeit konnte sich Bucher Industries der weltweiten Wirtschaftsabkühlung entziehen. Doch ab November 2008 hat es auch das Industriekonglomerat erwischt. Das zeigen die Anfang Februar veröffentlichten Umsatz- und Auftragszahlen. Zwar konnte der Umsatz 2008 um 13% auf 2,79 Mrd Fr. erhöht werden, während der Auftragseingang um 3% zunahm. Weniger erfreulich war jedoch, dass der Auftragseingang des Konzerns im 4. Quartal um 21,8% gegenüber dem Vorjahr einbrach.

Mit Ausnahme der auf Landwirtschaftsmaschinen spezialisierten Kuhn Group erlebten sämtliche Sparten (Hydraulics, Municipal, Process und Emhart Glass) einen starken Nachfrageeinbruch.

Gewinnrückgang erwartet

Für 2009 ist Bucher, die am 19. März ihr Ergebnis präsentiert, zurückhaltend. Der solide Auftragsbestand zu Beginn des Jahres sowie Akquisitionen würden die Umsatzentwicklung 2009 stützen. Dennoch erwartet der Konzern einen Umsatz unter Vorjahr sowie ein tieferes Betriebs- und Konzernergebnis.

Beim Ergebnis 2008 wird noch mit einem steigenden Ebit gerechnet. «Trotz eines Goodwill-Impairments von maximal 40 Mio Fr. aus der Akquisition der amerikanischen Hydraulikfirma Monarch erwarten wir einen Ebit von 232 Mio Fr.», schreibt Armin Rechberger, Analyst bei der Zürcher Kantonalbank. Dies würde einer Steigerung um 0,9% gegenüber dem Vorjahr und einer Ebit-Marge von 8,3% entsprechen. Beim Reingewinn erwartet Rechberger einen Rückgang um 4,9% auf 161 Mio Fr.

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Die Aktie von Bucher Industries hat im Jahresvergleich fast 70% verloren und notiert derzeit um 78 Fr. Trotz der mittlerweile günstigen Bewertung werden die Titel von der Mehrheit der Analysten auf «neutral» eingestuft, da sie als Spätzykliker noch einen Teil des Abschwungs vor sich haben könnten und von einem Aufschwung erst spät profitieren.