Patrik Schwendimann, Analyst bei der Zürcher Kantonalbank (ZKB), hat Swatch von «Untergewichten» auf «Marktgewichten» hochgestuft. Die Swatch-Valoren gewannen darauf zeitweise bis zu 4,3% an Wert. «Nach der deutlichen Kurskorrektur und der Bewertung auf zyklischem Tiefst ist bereits viel Negatives eskomptiert», erklärt Schwendimann das Upgrade. Er schätzt das Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2009 auf 9,4. Der ZKB-Analyst hatte den Titel im März downgegradet – aufgrund des negativen Newsflows für den ganzen Luxussektor. In der Tat hat Swatch dieses Jahr massiv Federn lassen müssen. Satte 48% verlor der Titel seit Jahresbeginn. Allein im letzten Monat stürzte der Swatch-Kurs um 35%.

Gemäss einer jüngst publizierten Studie der Bank Vontobel wird sich die schlechte Performance des chinesischen Uhreneinzelhändlers Xinyu Hengdeli, an welchem Swatch zu 8,1% beteiligt ist, ebenfalls negativ auf das Finanzergebnis der Bieler im 2. Halbjahr 2008 auswirken. «Unsere Prognosen für 2008 werden in Anbetracht des negativen Finanzertrags, diejenigen für 2009 wegen der schlechteren Wachstumsaussichten gesenkt», so der Vontobel-Analyst René Weber. Aufgrund der historisch niedrigen Bewertung hält er dennoch am «Buy»-Rating fest. Damit ist er nicht allein: Ungeachtet der massiven Kurseinbussen dieses Jahr würden derzeit 50% der Analysten Swatch kaufen.

Nicht nur bei Swatch musste Weber zurückrechnen: «Wir sehen uns gezwungen, unsere Prognosen für 2009 für die gesamte Luxusgüterbranche Europas anzupassen.» Schuld für die schwindende Zuversicht sind das tiefe Verbrauchervertrauen und die schwierigen Vorzeichen für das wichtige Weihnachtsgeschäft.