Die internationale Aufmerksamkeit richtet sich in den kommenden beiden Tagen auf Buenos Aires, wo die Staatschefs der 19 führenden Volkswirtschaften der Welt sowie Vertreter der Europäischen Union zusammen treffen.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum 13. G20-Gipfel:

Welche Themen werden diskutiert?

Das wohl mit der grössten Spannung erwartete Thema beim Gipfel ist das Zusammentreffen von US-Präsident Trump mit seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jingping. Seit Monaten wird darüber diskutiert, ob der Gipfel in Argentinien eine Annäherung der beiden und damit eine Trendwende im Handelsstreit bringt. 

Wer sind die Protagonisten?

US-Präsident Trump und der chinesische Präsident Xi Jinping werden wegen der erhofften Annäherung im Handelsstreit im Mittelpunkt des Gipfels stehen. Gastgeber des Gipfeltreffens ist der argentinische Präsident Mauricio Macri. Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage im Land steht er stark unter Druck. Auch Russlands Präsident Wladimir Putin rückt wegen der von ihm angetriebenen Eskalation im Konflikt mit der Ukraine in den Mittelpunkt des Gipfels. Interessant dürfte auch das Zusammentreffen der Staatschefs mit Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman werden. Er wird verdächtigt, die Tötung des regierungskritischen Journalisten Jamal Khashoggi in der Türkei beauftragt oder zumindest davon gewusst zu haben. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hat ihn angezeigt. Ob die argentinische Justiz tätig wird, ist noch unklar.

Wer nimmt sonst noch teil?

Zur «Gruppe der 20» (G20) zählen die Europäische Union und 19 führende Wirtschaftsnationen: Argentinien, Australien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Indien, Indonesien, Italien, Japan, Kanada, Mexiko, Russland, Saudi-Arabien, Südafrika, Südkorea, die Türkei und die USA. Sie machen zwei Drittel der Weltbevölkerung, 85 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung und 75 Prozent des Welthandels aus.

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Ist die Schweiz vertreten?

Obwohl die Schweiz nicht zu den 20 grössten Industrie- und Schwellenländer zählt, werden Schweizer Vertreter meist eingeladen, als Gäste daran teilzunehmen. Da Bundesrat Ueli Maurer diesmal verhindert ist, ist der Staatssekretär für internationale Finanzfragen Jörg Gasser nach Buenos Aires gereist. Am G20-Treffen der Finanzminister im Juli in Buenos Aires hatte Bundesrat Maurer teilgenommen.

Was wird beschlossen?

Am Ende des Gipfels wird ein gemeinsames Communiqué angenommen, allerdings sind die Beschlüsse nicht bindend. Die G20 kann nur einen politischen Kurs vorgeben. Eine gewisse Bedeutung haben die Beschlüsse dennoch, denn die Länder müssen sich an ihrer Umsetzung messen lassen. Fast bedeutender sind die informellen bilateralen Treffen am Rande der offiziellen Tagesordnung – diesmal vor allem zwischen den USA und China.

Kommt es zum Durchbruch beim Handelskonflikt?

US-Präsident Trump empfängt seinen chinesischen Amtskollegen am Samstag zum Dinner, dabei könnte es zu einem Kompromiss beim Thema Handel kommen. China hofft darauf, die USA davon abzuhalten, die Zölle von derzeit 10 auf 25 Prozent ab Januar anzuheben. Die meisten Experten sind zwar eher skeptisch, was eine Einigung angeht. Doch Trumps Wirtschaftsberater Larry Kudlow sprach vor einigen Tagen von der Möglichkeit eines Durchbruchs der bisher erfolglosen monatelangen Verhandlungen zwischen den USA und China.

Werden Proteste erwartet?

Die Sorge ist gross, dass es in Buenos Aires zu Ausschreitungen wie beim G-20-Gipfel in Hamburg vergangenes Jahr kommen könnte. Vor allem weil die Stimmung in Argentinien ohnehin wegen der schwierigen wirtschaftlichen Lage aufgeheizt ist: Die Inflation liegt bei rund 40 Prozent und aufgrund der starken Währungsabwertung musste die Regierung den Internationalen Währungsfonds (IWF) vor einigen Monaten um einen milliardenschweren Kredit bitten. Gewalttätige Ausschreitungen soll ein massives Polizeiaufgebot verhindern. Über 20'000 Sicherheitskräfte werden während der Gipfeltage im Einsatz sein. 

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BUENOS AIRES, ARGENTINA - NOVEMBER 27: Demonstrators take part of protest against G20 organized by Communist Party and social organizations at Leon Kolbowsky Stadium on November 27, 2018 in Buenos Aires, Argentina. (Photo by Nacho Sanchez/Getty Images)

Proteste in Argentinien: Bereits im Vorfeld des Gipfels demonstrieren die Menschen gegen die Sparpolitik der Regierung.

Quelle: 2018 Getty Images

Seit wann gibt es die G20?

Auf der Höhe der Finanzkrise in Asien wurde die Gruppe 1999 in Berlin gegründet. Zunächst trafen sich allerdings nur die Finanzminister aus 20 Ländern. Nach der globalen Finanzkrise 2008 wurde die Gruppe auf die Staats- und Regierungschefs ausgeweitet, die sich seither einmal im Jahr treffen. Seither gilt G20 als zentrales Forum für die internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit.