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Nachhaltigkeit
Actares richtet schwere Vorwürfe an Zurich

Verischerungskonzern Zurich: Aktionärsvereinigung ist unzufrieden. Keystone

Aktionärsvertreter werfen dem Versicherungskonzern vor, im Klimaschutz und beim Umgang mit dem Personal eigene Ziele nicht zu beachten. In der Kritik stehen auch die Vergütungen für die Chefs.

Veröffentlicht am 29.03.2016

Actares, die Vereinigung von Aktionärinnen und Aktionären für nachhaltiges Wirtschaften, wirft dem Zurich-Versicherungskonzern vor, die eigene ehrgeizige Selbstverpflichtung nicht einzuhalten. Konkret geht es um die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens und den Umgang mit dem eigenen Personal.

Einen Tag vor der Generalversammlung der Zurich Versicherungen am Mittwoch meldet sich Actares zu Wort, die Vereinigung der Aktionärinnen und Aktionäre für nachhaltiges Wirtschaften: «Insbesondere bei der Bekämpfung des Klimawandels und im Umgang mit dem Personal gibt es starke Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Umsetzung der eigenen Selbstverpflichtung zur Corporate Responsibility», schreibt Actares in einer Mitteilung von Dienstag.

«Eklatanter Widerspruch»

Die Zurich Versicherungen würden zwar die Risiken des Klimawandels kennen, aber es fehlten verbindliche Zielvorgaben zur seiner Bekämpfung, heisst es. So sei der Ausstieg aus Investments in nicht-erneuerbare Energien «schlicht kein Thema». Diese Passivität stehe in «eklatantem Widerspruch» zu den eigenen Zielen der Zurich, die sich darauf verpflichtet habe «mit konkreten Schritten zur Umsetzung des Pariser Klimaabkommens beizutragen».

Im Umgang mit dem eigenen Personal wirft Actares der Zurich vor, dass nicht kommuniziert werde, welche Personen vom angekündigten Stellenabbau betroffen seien. Nach Informationen von Actares würden ältere Mitarbeitende und Alleinerziehende entlassen. Die hohe Fluktuationsrate von 13 Prozent belege, dass beim Personal Verunsicherung herrsche und die Stimmung schlecht sei. Das widerspreche der eigenen Forderung nach engagiertem Personal.

Kaum vergleichbare Vergütungen

Darüber hinaus kritisiert Actares, dass es im Rahmen der Unternehmensverantwortung (Corporate Responsibility) keine verbindlichen Kriterien für die Höhe der variablen Vergütungen der Geschäftsleitung gebe. Generell verlangt Actares eine «vollständige und nachprüfbare Berichterstattung» im Bereich der Corporate Responsibility. Bis anhin entspreche diese Berichterstattung nicht den anerkannten Standards der «Global Reporting Initiative», enthalte mithin keine Daten, die die Zurich vergleichbar mache mit anderen weltweit tätigen Konzernen.

Der Bericht zu den «Corporate Responsibility Highlights 2015» sei nicht Teil des Geschäftsberichts und erscheine erst im Juni, sagt Rudolf Meyer, Präsident der Actares gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Doch den Aktionären sollte an der Generalversammlung Gelegenheit gegeben werden, zu diesem Bereich der unternehmerischen Tätigkeit Stellung zu nehmen. Bei der Zürich will man im Rahmen der Generalversammlung zu diesen Vorwürfen Stellung nehmen, heisst es.

(sda/gku/me)

 

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