Advanced Digital Broadcast (ADB) stellt Settop-Boxen im gehobenen Marktsegment her, Kudelski ist auf die «Smartcards» spezialisiert, die, wie Sim-Karten in Mobiltelefonen, regeln, welcher Kunde welche bezahlten Dienste nutzen kann. Beide kommen diese zum Teil in denselben Geräten zum Einsatz.

Unterschiedlich entwickeln sich die Verkaufsmodelle. ADB verkauft die Boxen als typischer Hardwarehersteller: Pro Box ein Preis, je mehr Boxen, desto höher der Umsatz. Wenn Kunden nichts kaufen, schrumpft der Absatz. Kudelski hingegen transformiert seit zwei Jahren sein Geschäftsmodell und vermietet die Karten, statt sie an Netzbetreiber zu verkaufen. Dadurch glätten sich die Umsatzspitzen, wenn eine neue Kartengeneration eingeführt wird, und der Geschäftsgang stabilisiert sich - gerade in unsicheren Zeiten ein grosser Vorteil.

Starke Nachfrage bei ADB

ADB erreichte 2008 ein Rekordjahr, der Umsatz konnte um 23% auf 361 Mio Dollar gesteigert werden. Die Firma berichtet von einer starken Nachfrage in allen Bereichen im letzten Quartal 2008. Der Betriebsgewinn wurde mit 19,4 Mio Dollar fast verdreifacht, was einer Marge von 5,4% entspricht. Damit wurden die Erwartungen der Vontobel-Analysten (347 Mio Dollar Umsatz, 18,8 Mio Fr. Betriebsgewinn) übertroffen. Trotz der unsicheren Wirtschaftslage erwartet das ADB-Management dieses Jahr erneut ein Wachstum, die Auftragslage sei gut. Vontobel-Analyst Panagiotis Spiliopoulos zeigt sich vom Umsatzwachstum und dem hohen Cashflow angetan. Er hält an seiner Kaufempfehlung und dem Kursziel von 38 Fr. fest.

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Am 27. Februar legt Kudelski sein Ergebnis vor. Wichtig ist dabei, dass zuvor bei der Tochter Open TV zum ersten Mal überhaupt ein profitables Jahr ausgewiesen wird. Sollte dies der Fall sein, dürften Hiobsbotschaften von Kudelski vom Markt nicht allzu schlecht aufgenommen werden. Negativ wäre, wenn die angepeilte Anzahl von 30 Mio Karten nicht vom Kauf- ins Mietmodell überführt werden konnten. Denn dies wäre ein Hinweis darauf, dass ein weiteres «Übergangsjahr» ansteht. Laut Vontobel-Analyst Michael Foeth besteht hier aufgrund der tiefen Visibilität des Geschäftsgangs beim US-Kunden Echostar grosse Unsicherheit. Foeth rechnet mit einem Umsatzplus von 12,1% auf 1,038 Mrd Fr. und einem Minus beim Betriebsgewinn um 85% auf 13,4 Mio Fr. Er bleibt bei seiner «Halten»-Empfehlung.