Die Aktien von Adecco sind am Donnerstag massiv tiefer in den regulären Handel gestartet. Die vom Westschweizer Stellenvermittler veröffentlichten Zahlen sind zwar solide. Der überraschende Rücktritt von CEO Patrick De Maeseneire und von CFO Dominik de Daniel wiegt allerdings schwer. Um 9.15 Uhr büssen die Adecco-Aktien 5,0 Prozent auf 70,95 Franken ein (bisheriges Tagestief 70,75), dies in einem allerdings deutlich tieferen Gesamtmarkt (SMI -0,7 Prozent).

Analysten bedauern den Abgang der beiden Top Manager. Der neue CEO Alain Dehaze sei zwar eine solide Ernennung, heisst es bei der Bank Vontobel. Gleichwohl schaffe der Abgang ein Vakuum und eine Phase der Unsicherheit. Das nun abtretende Duo habe wesentlich zum Erfolg von Adecco in den letzten Jahren beigetragen.

«Grosser Verlust»

Die Abgänge des CEO und vor allem des CFO seien überraschend und ein grosser Verlust für Adecco, meint man bei Baader Helvea. Sie seien entscheidende gewesen für die Entwicklung des Unternehmens in den letzten Jahren. Der CEO-Nachfolger habe allerdings einen guten Erfolgsausweis, und er habe einen guten Eindruck von ihm, meint der zuständige Analyst.

Safra Sarasin bezeichnet die Änderungen an der Spitze ebenfalls als überraschend. Allerdings gebe es Kontinuität, habe der neue CEO Dehaze doch seit Jahren Adeccos grössten Markt Frankreich geleitet.

Solide Zahlen

Der Zahlenkranz wird derweil in ersten Kommentaren als solide bezeichnet. Zwar sei das organische Umsatzwachstum etwas schwächer als erwartet ausgefallen. Insbesondere im Schlüsselmarkt Frankreich seien die diesbezüglichen Erwartungen verfehlt worden. Besser hätten sich mit Deutschland und Österreich zwei andere Schlüsselländer entwickelt.

Auf den Stufen EBITA und Reingewinn seien die Erwartungen hingegen einmal mehr deutlich übertroffen worden. Positiv wird vor allem die weiterhin strikte Kostenkontrolle des Unternehmens hervorgehoben. Noch nie zuvor sei in einem ersten Quartal eine so hohe EBITA-Marge (4,6 Prozent) erzielt worden, heisst es. Beim Reingewinn habe neben einem leicht besser als erwarteten Finanzergebnis auch eine etwas tiefere Steuerbelastung geholfen.

Einstufung bleibt gleich

Händlern zufolge hatten die Aktien von Adecco in den letzten Wochen einen eher schweren Stand. Auch das eigentlich solide Quartalsresultat des Rivalen Randstad habe die kursseitige Talfahrt nicht abbremsen können. Obschon der vorliegende Zahlenkranz solide sei, rücke der Aderlass in der Geschäftsleitung in den Vordergrund, heisst es weiter.

Vontobel hält an der Einstufung «Hold» und dem Kursziel 80 Franken zumindest vorläufig fest. Baader Helvea hat derweil ein «Buy»-Rating mit Kursziel 84 Franken, während Safra Sarasin aufgrund der Zahlen und der Bestätigung des Zieles sein «Buy»-Rating bestätigt.

(awp/ise/ama)

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