Seit Jahresbeginn bewegt sich der Adecco-Kurs zwischen 37 und 43 Fr. (aktuell: 37.50 Fr.). Einen Einbruch verzeichnete der Kurs des Stellenvermittlers, als dieser Anfang Jahr bekannt gab, dass er eine verschärfte Wachstumsschwäche erwarte. «Wir rechnen mit einem schwierigen Jahr 2009 für alle Länder und Regionen», so CEO Dieter Scheiff damals. Mit diesem Problem ist Adecco jedoch nicht alleine. Wegen der Wirtschaftskrise hat die Nachfrage nach Temporärstellen drastisch abgenommen, da solche Stellen bei einem schlechten Geschäftsgang zuerst abgebaut werden. Konkurrentin Manpower etwa verzeichnete im 4. Quartal gegenüber dem Vorjahr einen Gewinneinbruch von 59% auf 79,2 Mio Dollar.

Marktkenner sehen deshalb auf kurze Frist wenig Potenzial für die Adecco-Aktie: ZKB-Analyst Marco Strittmatter stufte den Titel von «Übergewichten» auf «Marktgewichten» zurück. Für 2009 und 2010 würden die Bedingungen bei der Vermittlung von Temporärarbeitern schwierig bleiben, so der ZKB-Analyst. Umsatz und Gewinnmargen dürften daher sinken, erst gegen 2011 soll sich wieder ein deutlicher Gewinnanstieg abzeichnen. Dann aber könnte sich das Unternehmen aufgrund der Frühzyklizität der Branche schneller erholen, so Strittmatter.

Deregulierung als Stütze

Längerfristig sei die Branche interessant, sagt Strittmatter. In den wichtigsten Märkten Adeccos finden Deregulierungen statt. So plant die deutsche Regierung, die zeitliche Beschränkung der Temporärbeschäftigung aufzuheben, während Frankreich das Verbot der Staatstellenvermittlung auflösen will. Ein weiterer Trend, der «war for talent», soll die Nachfrage in der Fachkräftevermittlung weiter steigen lassen.

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Vorerst zählt jedoch die Gegenwart: Am 4. März wird Adecco das Jahresergebnis bekannt geben. Dabei dürfte auch das weitere Vorgehen bezüglich einer 34,2-Mio-Euro-Busse der französischen Wettbewerbskommission geklärt werden.