Die Aktien von Adecco sind am Mittwoch klar tiefer in den Handel gestartet. Trotz der Vorabinformation anlässlich des Investorentages von Mitte Januar liegt das Ergebnis für das Schlussquartal sowohl beim (unbereinigten) Ebita als auch beim Reingewinn hinter den Konsensschätzungen zurück. Gut kommt in Analystenkreisen die im Jahresvergleich deutlich gesteigerte Dividende an.

Um kurz vor 10.00 Uhr notiert das Papier bei relativ hohen Anfangsvolumen 1,1 Prozent tiefer bei 60,40 Franken, im bisherigen Tagestief war es bis 59,40 Franken (-2,8 Prozent) gefallen. Der Gesamtmarkt (SMI) steht derweil praktisch unverändert.

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Im Rahmen der Erwartungen

Wie ersten Kommentaren aus der Analystengemeinde entnommen werden kann, deckt sich sowohl das organische Umsatzwachstum von 5 Prozent als auch die um einmalige Belastungen bereinigte Ebita-Marge von 5,2 Prozent mit den im Januar gemachten Aussagen. Auf den Stufen Ebita (ausgewiesen) und Reingewinn kann der Zahlenkranz die Erwartungen allerdings nicht erfüllen. Experten machen unerwartete Abschreibungen auf der Software für die Differenz verantwortlich.

Grundsätzlich seien die News aber nicht sehr überraschend, heisst es im Kommentar der Bank Vontobel. Die Wachstumstrends im neuen Jahr seien im Rahmen der (eigenen) Erwartungen ausgefallen. Zudem habe Adecco die im Januar neu aufgestellten Ziele zu Wachstum und Ebita-Marge über den Zyklus bestätigt, so dass der Investment Case (Hold) mehr oder weniger unverändert bleibe.

Baader Helvea: «Buy»

Beim Broker Baader Helvea spricht man auch von (bereinigten) Zahlen im Rahmen der Erwartungen. Der Ausblick sei grundsätzlich unverändert und das aktuelle Umfeld dürfte ziemlich günstig sein für Personalfirmen: Firmen dürften in diesen unsicheren Zeiten weiterhin Temporär-Arbeitskräfte Festanstellungen vorziehen. Die Aktie wird entsprechend mit «Buy» eingestuft.

Positiv wird in Analystenkreisen vor allem die Dividende erwähnt, die um 14 Prozent auf 2,40 Franken erhöht werden soll. Sie liegt damit allerdings nur in der Mitte der angekündigten Pay-out-Ratio von 40-50 Prozent. Mit dem aktuellen Dividendenvorschlag betrage die Dividendenrendite fast 4 Prozent, was attraktiv sei, schreibt die ZKB in ihrem Kommentar. Der Abschlag zu den Konkurrenten (Randstad, Manpower) sei mit rund 10 Prozent jedenfalls übertrieben. Entsprechend wird das Papier neu mit «Übergewichten» (nach Marktgewichten) eingestuft.

Leckerli zieht nicht

Händlern zufolge hatte Adecco schon anlässlich des diesjährigen Investorentages vom Januar erste Aussagen in Bezug auf die Wachstums- und Margenentwicklung gemacht. Diese seien damals positiv aufgenommen worden. Dasselbe gelte für den ermutigenden Ausblick des niederländischen Rivalen Randstad, welcher auch den Aktien von Adecco Auftrieb verliehen habe.

Vor diesem Hintergrund sorgten nun sowohl der Zahlenkranz selber, als auch die Aussagen zur Wachstumsentwicklung im Januar und Februar für enttäuschte Gesichter, heisst es. Trotz der grosszügigen Dividendenpolitik sei daher mit Gewinnmitnahmen zu rechnen, meinte ein Händler.

(awp/ise)