Die Aktien des Immobilienentwicklers Orascom Development Holding (ODH) notieren zum Wochenauftakt mit deutlichen Abgaben. Der für das Unternehmen immanent wichtige Heimmarkt Ägypten kommt nicht zur Ruhe.

ODH hatte bereits Anfang November wegen der sozialen und politischen Unruhen in der arabischen Welt eine Gewinnwarnung aussprechen müssen.

Die Papiere von ODH notieren um 10.30 Uhr 8,5 Prozent  tiefer bei 15,10 Franken, während der am SPI gemessene Gesamtmarkt um 1,97 Prozent sinkt.

Gut eine Woche vor den Wahlen zum Parlament regiert in Kairo wieder das Chaos. Demonstranten und Polizisten lieferten sich am Wochenende regelrechte Strassenschlachten. Bei den schweren Ausschreitungen sind seit Sonntag Berichten zufolge mehr als 20 Menschen ums Leben gekommen.

Kann ODH fehlende Mittel am Finanzmarkt besorgen?

Für Orascom hängt vieles vom Heimmarkt Ägypten ab, befinden sich doch rund 90 Prozent der angebotenen Hotelzimmer in dem Land. Und die Geschäfte von ODH in Ägypten, wo der grösste Teil des Cashflow generiert wird, sind auch ausschlaggebend für die weitere Entwicklung der Gruppe: Die Cashcow Ägypten finanzierte in der Vergangenheit stets die Investitionsvorhaben in anderen Ländern.

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Der Ausfall der Geldquelle liess sich vergangene Woche am hohen Geldabfluss von 51 Millionen Franken in den ersten neun Monaten 2011 ablesen. Die liquiden Mittel sanken per Ende September auf 105 Millionen, nachdem zum Jahresende 2010 noch 276 Millionen Franken auf der hohen Kante lagen.

Analysten setzten bereits bei Vorlage der Neunmonatszahlen ein Fragezeichen hinter die Möglichkeiten der Gruppe, die fehlenden Mittel am Finanzmarkt zu besorgen. Sollte die Situation in Ägypten instabil bleiben, dürfte es für ODH sehr schwierig werden - wenn nicht sogar unmöglich - den Kapitalmarkt anzugehen, merkten Experten vergangene Woche an.

(laf/tno/awp)