1. Home
  2. Invest
  3. Airbaghersteller Takata beruhigt Anleger

Rebound
Airbaghersteller Takata beruhigt Anleger

Takata: Medien hätten «Verwirrung gestiftet». Keystone

Der japanische Zulieferer der Autoindustrie will nach eigenen Angaben doch keinen Gläubigerschutz beantragen. Die Aktie von Takata reagierte mit einem Freudensprung auf die Aussage.

Veröffentlicht am 25.01.2017

Nach mehreren Tagen im freien Fall ist die Aktie des japanischen Airbagherstellers Takata am Mittwoch rasant in die Höhe geschossen. Das Unternehmen wies Berichte zurück, wonach ihm ein gerichtlich kontrolliertes Insolvenzverfahren bevorstehen könnte - daraufhin legte die Aktie um 18 Prozent zu.

Das war das maximal zulässige Plus binnen eines Handelstages. Zuvor hatte das Papier binnen einer Woche gut die Hälfte an Wert verloren.

Takata: Medienberichte sind schuld

Hintergrund des Preisverfalls waren Medienberichte, wonach zwei mögliche Käufer von Takata für das Unternehmen bei Gericht Gläubigerschutz beantragen und es so sanieren wollen. Bei den Interessenten handelt es sich um Autoliv aus Schweden und ein Konsortium unter Führung des US-Unternehmens Key Safety Systems, das sich in chinesischer Hand befindet.

Eine Beantragung von Gläubigerschutz sei nicht geplant, erklärte Takata jedoch am Mittwoch. Ein solches Verfahren könne die Fähigkeit des Zulieferers beeinträchtigen, seine Kunden weiter wie gewohnt zu bedienen. Die Medienberichte hätten «Verwirrung gestiftet und sind wirklich bedauerlich», erklärte Takata.

Klage in New Mexico

Gleichzeitig reichte der US-Bundesstaat New Mexico Klage gegen den Zulieferer und 15 Autobauer ein. Generalstaatsanwalt Hector Balderas beschuldigte die Unternehmen, die Risiken der mangelhaften Airbags gekannt und falsch dargestellt zu haben.

Balderas fordert das «Höchstmass der gesetzlichen Strafen». Die Klage richtet sich neben Takata gegen die Autohersteller Honda, Ford, Toyota, BMW, Mazda, Subaru, Mitsubishi, Nissan, Fiat Chrysler, Volkswagen, Audi, Ferrari, General Motors, Jaguar und Mercedes-Benz. Ein Takata-Sprecher wollte das Thema nicht kommentieren.

Skandal um explodierende Airbags

Die Firma kämpft seit fast drei Jahren mit den Folgen eines Skandals um explodierende Airbags. Mindestens 16 Todesfälle weltweit sowie zahlreiche Verletzungen werden mit den Problemen in Verbindung gebracht.

Kunden von Takata mussten rund 100 Millionen Fahrzeuge zurückrufen, die meisten davon in den USA. Dort erklärte sich das Unternehmen inzwischen zu einem Vergleich bereit, in dem es eine Milliarde Dollar zahlen soll. Von einer Mittäterschaft der Autobauer war dabei allerdings keine Rede.

(sda/gku)

Anzeige