Der Anfang Woche begonnene Höhenflug der Aktien der Schweizerischen Nationalbank (SNB) hat sich am Freitag fortgesetzt. Der Titel erreichte mit 1260 Franken ein Jahreshoch und notierte damit um fast einen Fünftel höher als noch am Dienstag.

Die Gründe für den Höhenflug sind unklar. Die Börsenstatistik zeigt jedoch, dass Kurssprünge der SNB-Aktie keine Seltenheit sind. Seit 1998 schnellte der Titel nicht weniger als zwölfmal in kürzester Zeit in die Höhe, was laut Börsenkennern jedoch bei wenig gehandelten Titeln wie der SNB-Aktie nichts Ungewöhnliches ist.

Verwirrung um US-Hedgefonds

Beim SNB-Titel, der im Durchschnitt im letzten Jahr nur gerade 47 Mal pro Tag gehandelt wurde, kann es demnach genügen, wenn ein Käufer 200 Aktien kaufen will, um den Kurs deutlich in die Höhe zu treiben. Am Montag wurden an der Schweizerischen Börse SIX eine einzige Aktie der SNB verkauft. Am Dienstag waren es 352, am Donnerstag 648.

Kurstreibend könnten zudem Medienberichte über einen Eintrag in der Unternehmensdatenbank der Nachrichtenagentur Bloomberg gewirkt haben, dass ein US-Hedgefonds ein grosses Aktienpaket der SNB halte. Laut Auskunft der Nationalbank entbehrt dies jedoch jeglicher Grundlage. Bloomberg hat den Eintrag auf Nachfrage der Nationalbank denn auch bereits gelöscht.

Eingeschränktes Stimmrecht

Definitiv kein Grund für einen Ankauf ist dagegen die Absicht, über ein grosses Aktienpaket die Nationalbank kontrollieren zu wollen. Die SNB ist zwar eine an der Börse kotierte Aktiengesellschaft, deren Titel frei handelbar sind. Sie untersteht jedoch einem Sonderrecht, das die Stimmrechte auf 100 Titel oder 0,1 Prozent aller Aktienstimmen pro Aktionär beschränkt.

Von dieser Limitierung ausgenommen sind jedoch die Kantone und die Kantonalbanken, die 62 Prozent und damit die Mehrheit an der Nationalbank halten.

(sda/dbe/ama)

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