Bis Juni haben sich Julius Bär im Vergleich zu den Aktien der Grossbanken gut gehalten. «Die Titel wurden lange als sicherer Hafen gesehen», sagt Simon Foessmeier, Analyst der UBS. Doch auf die Kursgewinne folgte die Korrektur. Im letzten Monat hat die Aktie von Julius Bär 15% verloren. Der Vermögensverwalter hat zwar keine riskanten Subprime-Positionen in den Büchern, leidet aber besonders unter dem schwachen Dollar und den Kursverlusten an den Aktienmärkten, welche die verwalteten Vermögen schmälern.

Sorgen um das Bankgeheimnis

Auf die Kurse der Vermögensverwalter hat in den letzten Wochen auch die Steueraffäre der UBS in den USA gedrückt. «Anleger befürchten, dass das Schweizer Bankkundengeheimnis unter Druck gerät», sagt Credit-Suisse-Analyst Thomas Kalbermatten. Bislang profitierten die Vermögensverwalter von der Finanzkrise. So konnten Privatbanken in den letzten Wochen und Monaten Kundenberater von gebeutelten Instituten abwerben.

Zunächst bedeutet dies für die Privatbanken aber höhere Kosten. «Bis ein Kundenberater profitabel ist, dauert es mindestens ein halbes Jahr», sagt Foessmeier von der UBS. Der Aufbau von neuen Mitarbeitern wird sich erst im nächsten Jahr positiv in den Zahlen niederschlagen.

Wichtig ist die Frage, wie stark die tieferen verwalteten Vermögen durch Neugeldzuflüsse aufgewogen werden können. «Auch die Mittelzuflüsse sind mit den Aktienmärkten korreliert», so Foessmeier. Kalbermatten von der Credit Suisse ist für die Neugelder optimistisch, weil die wirtschaftlichen Perspektiven vor allem in den Emerging Markets nach wie vor gut sind.

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Für ihn sind die Aktien von Julius Bär auf dem aktuellen Kursniveau attraktiv bewertet. Foessmeier von der UBS hat die Aktien dagegen auf «Neutral» eingestuft. Insgesamt empfehlen knapp 40% der Analysten die Aktien zum Kauf, dies bei einem durchschnittlichen Kurspotenzial von 30%.