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Aktien und Anleihen aus Schwellenländer sind aktuell stabil

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Shanghai aus der Vogelperspektive: China und die Schwellenländer sind jenseits des Getöses um US-Protektionismus.Quelle: Getty Images

Die jüngsten negativen Nachrichten um die künftigen Handelsbeziehungen zwischen den USA und China sorgen bei den Anlegern für erhöhte Wachsamkeit. Aber was, wenn dies lediglich «Marktgetöse» wäre?

Von Gergely Majoros
am 20.04.2018

Die langfristige technologische Überlegenheit der USA wird von China herausgefordert. Xi Jinping verfolgt ganz konkrete, ehrgeizige Ziele in Bereichen wie Robotik, autonomes Fahren und künstliche Intelligenz. Diese wurden in den Plänen «Made in China 2025» und «China Artificial Intelligence 2030» benannt. Auch wenn wir uns noch in der Eskalationsphase des Konflikts befinden, muss die aktuelle protektionistische Haltung der Trump-Administration nicht zwangsläufig in einen Zusammenbruch des freien Handels münden.

Dies könnte möglicherweise, und sogar paradoxerweise, ein positives Ergebnis zeitigen, etwa eine schnellere Öffnung der chinesischen Wirtschaft für ausländische Investoren. Dies würde zu einem weniger protektionistischen China als heute führen, worauf Vize-Präsident LIU He bereits hinwies.

Stabilere Währungen und nachhaltigere Wachstumsaussichten

Den Schwellenländern kommt derzeit ein günstiger wirtschaftlicher Ausblick zugute, der durch ein gutes Momentum beim Wirtschaftswachstum, eine moderate Inflationsdynamik und solide Exporte gekennzeichnet ist. Die Strukturreformen der vergangenen Jahre, vorwiegend in den rohstofffördernden Ländern, haben erheblich zu einer Verbesserung der Leistungsbilanzen beigetragen. Dies sorgt für stabilere Währungen und nachhaltigere Wachstumsaussichten, da die Abhängigkeit von ausländischem Kapital abnimmt.

Dieses günstige Umfeld macht Aktien und Anleihen aus Schwellenländern sehr attraktiv. Insbesondere der Markt für Lokalwährungsanleihen bietet in Anbetracht einer niedrigeren Bewertung im Vergleich zu Hartwährungsanleihen, eines moderaten Inflationsausblicks und einer geringeren Korrelation mit den Zinskurven der Industrieländer Wertpotenzial.

Schwellenländer profitieren von günstigen Bedingungen in den USA

Die Schwellenländer profitieren von den günstigen finanziellen Bedingungen in den USA, also einem schwachen USD und der umsichtigen geldpolitischen Normalisierung. Einerseits dürften der erwartete Anstieg des US-Doppeldefizits und die Ungewissheit um die künftige Politik der US-Administration den USD weiter unter Druck setzen. Andererseits dürfte eine Verlangsamung des US-Zyklus in den kommenden Monaten die US-Notenbank unter Druck setzen, bei ihren Zinsanhebungen weniger aggressiv als angekündigt vorzugehen. In einem solchen Szenario würden der positive Wachstumsausblick und die günstigen finanziellen Bedingungen in den USA Kapitalzuflüsse in Schwellenländeranlagen, die voraussichtlich positiv bleiben, weiter stützen.

Gergely Majoro ist Mitglied des Investment-Komittees bei Carmignac.

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