Das auf Hörgeräte spezialisierte Medtech-Unternehmen Sonova hat für das per Ende März abgelaufene Geschäftsjahr ein Rekordergebnis gemeldet: Der Umsatz konnte um 12,3% auf 1,204 Mrd Fr. gesteigert werden. In Lokalwährungen ergab sich ein organisches Wachstum von 11,1%, davon trugen die Akquisitionen 1,7% bei. Die ungünstigen Wechselkursverhältnisse kosteten hingegen 0,5% Umsatzwachstum. Der Betriebsgewinn auf Ebit-Stufe erhöhte sich von 280 Mio Fr. auf 326,7 Mio Fr. Daraus errechnet sich eine um 0,7% auf 27,1% ausgebaute Ebit-Marge. Ohne die Sonderkosten von 31,1 Mio Fr. für die untersagte Übernahme des dänischen Konkurrenten GN ReSound wäre der Betriebsgewinn bei knapp 335 Mio Fr. gelegen, entsprechend einer Marge von knapp 28%.

Unter dem Strich bleibt ein Gewinn von 274 Mio Fr., entsprechend 4,04 Fr. pro Aktie, unter Einschluss der Sonderkosten. Analysten hatten laut Reuters einen Umsatz von 1,205 Mrd Fr. und einen Reingewinn von 259 Mio Fr. erwartet. Für die Aktionäre wartet eine um 25 Rp. auf 1 Fr. erhöhte Dividende.

Für das laufende junge Geschäftsjahr zeigt sich das Management zuversichtlich. 59% des Umsatzes werden mit Produkten erzielt, die vor weniger als zwei Jahren lanciert worden sind, neue Vertriebsgesellschaften in Indien, Mexiko und Südafrika sollen die geografische Basis (50% des Umsatzes kommen aus Amerika, 42% aus Europa) verbreitern. «Auf Basis der aktuellen stabilen Marktbedingungen und vorbehaltlich unvorhergesehener Ereignisse erwarten wir für das Geschäftsjahr 2008/09 ein solides internes Umsatzwachstum von 10% in Lokalwährungen», versprechen Finanzchef Oliver Walker und CEO Valentin Chapero. Die Margen sollen weiter steigen und das Wachstum des Hörgerätemarktes soll durch Marktanteilsgewinne gegen Konkurrenten wie das ebenfalls dänische Unternehmen William Demant «deutlich» übertroffen werden.

«Sonova ist in einer exzellenten Verfassung und dürfte die Marktanteile dank innovativer Produkte weiter ausbauen», zeigt sich ZKB-Analystin Sybille Bischofberger begeistert. Die Analysten der Credit Suisse waren ebenfalls beeindruckt und halten die Kursentwicklung der Sonova-Aktie, die hinter der von Demant zurückgeblieben war, auf dem Hintergrund des Kurs-Gewinn-Verhältnisses von 16 für eine «exzellente Kaufgelegenheit». Die Analysten bei Merrill Lynch hingegen rechnen aufgrund der ungünstigen Wechselkursverhältnisse eher mit Druck auf die Margen. Und bei Citi erwartet man nach dem zuvor veröffentlichten Ergebnis des Sonova-Konkurrenten Amplifon früher oder später ebenfalls Auswirkungen der Kreditkrise und rät zu Vorsicht.

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Die Börse reagierte positiv auf die Zahlen. Bis Dienstagmittag lag der Kurs der Sonova-Aktien 3% über dem Vortagesschluss.