Seit dem 12. Mai tanzt ein weiteres Tourismus-Unternehmen als Mitglied des Swiss Performance Index (SPI) auf dem Börsenparkett. Die ersten Schritte sind geglückt: Der Kurs der Aktien von Gate Group belief sich bei Börsenstart auf 20 Fr. und pendelte sich später bei rund 15.50 Fr. ein, das ist mehr, als im Vorfeld erwartet wurde. Das Volumen lag bei rund 96 000 Titeln, insgesamt existieren 19,7 Mio Papiere.

Laut Vontobel-Analyst René Weber sei Gate Group «operativ spannend» und mit einem Marktanteil von 25% die weltweite Nummer zwei im Catering für Fluggesellschaften. Kritisch beurteilt Weber hingegen die hohe Verschuldung: «Es ist fast kein Eigenkapital vorhanden und sehr viel Goodwill drin». Allerdings liefen die Kreditverträge noch bis 2013, weshalb von Seiten der Banken unmittelbar keine Probleme drohten.

Die Papiere von Gate Group konnten zuvor seit 2007 ausserbörslich gehandelt werden, rund 110 Investoren, hauptsächlich Hedge-Fonds und Private-Equity-Firmen, hielten Aktien. Gate Group ist die Dachgesellschaft der ehemaligen Swissair-Tochter Gate Gourmet und zehn weiterer Marken. Die Catering-Gruppe erwirtschaftete im Jahr 2008 einen Umsatz von 2,9 Mrd Fr.

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Die Dufry-Aktie holt auf

Stark vom Fluggeschäft abhängig ist auch Dufry. Die weltweit führende Betreiberin von Flughafenshops publiziert am 14. Mai ihre 1.-Quartals-Zahlen. Helvea-Analyst Chris Burger erwartet ein Umsatzwachstum von 28% und einen um 30% höheren Bruttogewinn. Innerhalb des letzten Jahres hat Dufry fast 70% an Börsenwert eingebüsst. Seit Jahresbeginn avancierten die Aktien um 12% und haben sich damit etwas besser als der Gesamtmarkt entwickelt. Trotz tiefer Bewertung empfehlen die meisten Analysten, die Aktien zu halten: Dufry ist zwar gut positioniert, leidet aber unter dem schwächelnden Reiseaufkommen.Wann sich in der Reisebranche eine Erholung abzeichnet, ist laut Weber noch sehr unsicher. «Drei Viertel des Gewinnes erwirtschaften die Firmen im Juli und August», so der Analyst. Weil die Gäste immer kurzfristiger buchten, zeichneten sich erst Ende Juni eine Tendenz ab.

Von Kuoni, der Nummer eins im Schweizer Reisemarkt, ist wenig Positives zu vernehmen. So sagte CEO Peter Rothwell jüngst in einem Interview, Kuoni werde innerhalb von drei Jahren weltweit bis zu 400 Stellen reduzieren. Bereits Anfang Jahr hatte Kuoni bekannt gegeben, Kosten zu senken und Arbeitsplätze abzubauen, konkrete Zahlen wurden aber noch nicht genannt. Die Nachricht kam bei den Anlegern nicht gut an: Der Kurs sank nach Börsenbeginn um minus 3,5%.

Trotz widrigem Umfeld rechnet Rothwell für das Jahr 2009 mit schwarzen Zahlen. Ausschlaggebend sei das Sommergeschäft. Ausserdem wolle man die Mittel aus der nicht ausgeschütteten Dividende für Zukäufe im 2. Halbjahr nutzen, sagte er gegenüber der «Bilanz». Immer wieder für Fragezeichen sorgt die 7%-Beteiligung von Migros bei Kuoni. Denn die Migros-Tochter Hotelplan ist die grösste Konkurrentin von Kuoni. Laut Rothwell ist das Engagement von Migros eine «reine Finanzbeteiligung».