Algerien will keine langfristigen Gaslieferverträge mehr abschliessen. Die Verträge wurden bisher mit einer Laufzeit von 15 Jahren abgeschlossen. In einem Interview sagte Algeriens Ölminister Chakib Khelil, dass das Land stattdessen kürzer laufende Verträge eingehen wolle, die es erlaubten, alle paar Jahre die Preise neu zu verhandeln. Khelil, der auch Präsident der Opec ist, erklärte, Ziel sei, die Gasgewinne für Algerien, den viertgrössten Exporteur von Gas, zu erhöhen. Er betonte, dass es wichtig sei, dass sich die Gasproduzenten zusammenschlössen, um einen fairen Preis zu bekommen. Algerien liefert 11% des in Europa verbrauchten Gases und ist einer der Hauptproduzenten von Flüssiggas. Gasproduzenten, so Khelil, könnten gezwungen sein, ihre Interessen zu verteidigen. Es hat bereits Gespräche zwischen Russland, Algerien und Venezuela gegeben, ein der Opec vergleichbares Gaskartell zu gründen. Nach wie vor gibt es Spekulationen, dass sich Gazprom und Algeriens staatliches Ölunternehmen Sonatrach zusammentun in dem Versuch, Preise festzulegen, auch wenn kürzlich ein Kooperationsabkommen gescheitert ist.

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