Die sogenannte moderne Portfolio-Theorie besagt, dass durch eine Diversifikation der Anlagen bei gleicher Rendite eine Reduktion des Risikos erzielt werden kann. Die klassische Vermögensverwaltung diversifiziert über ein Portefeuille aus Aktien und Anleihen. Durch die Beimischung von alternativen Anlagen wie Hedge-Fonds, welche positive Diversifikationseffekte bei gleichzeitig absolut positiven Renditen versprachen, sollten Portefeuilles effizienter werden.

In der aktuellen Krise haben diese Anlagen jedoch mehrheitlich enttäuscht, zumal sie ihr Versprechen bezüglich Diversifikation und absoluter Rendite nicht einhalten konnten. Dies wirft die Frage auf, ob die Hedge-Fonds wirklich Alpha (Überrendite) oder eben doch «nur» Beta (Marktrisikoprämie) offerieren. Die enttäuschende Performance sowie Intransparenz und geringe Liquidität lassen die Anleger «echte» Alternativen suchen, damit die Diversifikationsziele erreicht werden.

Lehren aus zwei Jahren Krise

«There is no free lunch» trifft insbesondere beim Investieren zu. Bedeutet dies, dass es keine Alternativen zu den klassischen Betas auf den Aktien- und Anleihenmärkten gibt? Nein! Algorithmische Handelsstrategien (AHS) bieten Zugang zu alternativen Betas und erhöhen die Diversifikation.

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Alternative Betas sind nicht-traditionelle Risikoprämien, welche vorwiegend auf den Zins- und Währungsmärkten anzutreffen sind. AHS generieren Signale zur dynamischen Anpassung eingegangener Positionen. Neue alternative Beta-Anlagen überzeugen durch beeindruckende realisierte Renditen (Real Track-Record) und robuste Risikokennzahlen.

Der Einsatz im Währungsmarkt

Gemäss der Finanzmarkttheorie (Zinsparität) lässt sich mit klassischen Carry Trades kein Geld verdienen. In der Praxis funktioniert diese Strategie jedoch zumindest kurzfristig. Denn der Carry Trade ist eine sich selbst erfüllende Prophezeiung: Hohe Zinsen locken Kapital an, was die Währung aufwertet. Ergo verdient man nicht nur die Zinsdifferenz, sondern gewinnt zusätzlich an der Währungsaufwertung.

Letztes Jahr haben Carry Trades allerdings nicht funktioniert. In Zeiten hoher Risikoaversion lösen die meisten Marktteilnehmer Carry Trades auf und flüchten sich in sichere Häfen. Eine hohe Risikoaversion drückt sich in hoher Volatilität aus. Somit bildet die Volatilität ein ideales Signal, um mittels einer AHS den klassischen Carry Trade zu verbessern. Durch den Einbezug des Volatilitätsfilters auf die traditionelle Strategie können Verluste vermindert oder gar in Gewinne umgemünzt werden.

Hätte man 100 Fr. Anfang 2008 in einen klassischen Carry Trade investiert, wären am Jahresende noch 80 Fr., bei einer AHS dank dem Volatilitätsfilter hingegen sogar 122 Fr. vorhanden.

Durch den Volatilitätsfilter lässt sich die Volatilität der Strategie per se nicht reduzieren, allerdings verbessern sich dadurch Drawdown sowie Calmar und Sortino Ratio deutlich. Bei nicht normalverteilten Renditen sind diese Kennzahlen deutlich aussagekräftiger als eine Sharpe Ratio.

Funktioniert auch im Zinsmarkt

Der Zinsmarkt hat zwei Besonderheiten: Erstens sind die grössten Marktteilnehmer (Zentralbanken) keine Gewinnmaximierer. Zweitens fluktuieren die Zinsen (G10-Länder) in der Regel innerhalb einer gewissen Bandbreite (0 -10%).

Zentralbanken haben oft ein Preisstabilitätsziel: Sie versuchen, den Wirtschaftszyklus zu glätten, und verursachen dadurch Trends in den Zinssätzen. Durch ein Zinsmodell wie Short Term Interest Model lassen sich Trends in mehreren liquiden Währungen identifizieren. Diese Strategie erzielte 2008, nebst einem Profit, dank ihrer tiefen Korrelation zu traditionellen Anlagen positive Diversifikationseffekte.

In welches Portfolio gehören algorithmische Handelsstrategien? Es gibt offensichtlich nicht nur traditionelle Betas. Durch eine Beimischung von AHS kann sich das Risiko-Rendite-Profil eines Portfolios verbessern. Investoren können diese Produkte «over-the-counter» oder als Zertifikat kaufen. Im Artikel werden zwei mögliche Konzepte aufgezeigt. Die Banken bieten in diesem Bereich verschiedene Lösungen an. Der Mehrwert für die Portfolios zeigt sich auch in der hohen Nachfrage, die in diesen Produkten beobachtet wird.