Vor einem Jahr änderte die britische Regierung das Gesetz für sogenannte Non-Doms. Diese «non-domiciled residents» sind Menschen, die zwar in England leben, aber ihren Hauptwohnsitz im Ausland haben, oder angeben, dass sie nicht dauerhaft in Grossbritannien bleiben wollen. Dieser Status garantierte, dass ihre ausländischen Einkünfte unversteuert blieben. Die Gesetzesänderung hat das abgeschafft: Nach sieben Jahren Ansässigkeit in England müssen die Non-Doms nun entweder nach britischem Recht Steuern für ihre Auslandeinkünfte zahlen oder eine Jahrespauschale von 30000 Pfund abführen.

2010 nun soll der Spitzensteuersatz bei Einkommen von mehr als 150000 Pfund von 40 auf 50% steigen. Das führte zu heftigen Reaktionen in der Finanzbranche. «Es ist nicht ausgeschlossen, dass wir weggehen», sagt etwa HedgeFondsmanager Crispin Odey von Odey Asset Management. «Diese Regierung hat kein Interesse daran, London als Finanzzentrum attraktiv zu erhalten.»

In diesem Klima hat die Vermögensberatungsgesellschaft Scorpio mehr als 400 Vermögensberater nach ihren Erkenntnissen befragt. Danach ist für die Wohlhabenden aller Länder die Schweiz der attraktivste Platz, um sich niederzulassen, gefolgt von London und Singapur. Für die Befragung waren die Standorte nach elf Kategorien zu bewerten, darunter eben auch die Steuergesetze, was London den Spitzenplatz kostete. Nur im Hinblick auf die Konzentration von vermögenden Einzelpersonen liegt London weiter auf Platz eins.

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Unter die mobilen Wohlhabenden fallen laut Scorpio Ärzte, Architekten, Anwälte, Unternehmer und Führungskräfte mit Jahreseinkommen von mehr als 150000 Dollar. Stephen Wall von Scorpio sagt, die Schweiz biete «fast alles für alle» und werde auch weiterhin der grösste Nutzniesser aller Wegzüge aus London bleiben.