Das Hin und Her um das Unterstützungspaket für Griechenland widerspiegelt sich auch bei den «alten Griechen»: So bezeichnet man im Derivategeschäft die wichtigsten Kennzahlen für Warrants und Optionen, die ihrerseits oft Bestandteile komplexerer strukturierter Produkte sind. So stieg beispielsweise das Lambda bei Calls und Puts auf die Börse von Athen, weil die Volatilität der Basiswerte dort anzog.

Knock-out bei Hebelprodukten

Derivate-Anleger spüren die Griechenland-Krise zunächst über die Währungskursverschiebungen. Scheine wie EURTW, MEURV oder XXSUZ, mit denen Anleger auf eine weitere Abschwächung des Euro gegenüber dem Dollar und dem Franken setzen, sahen hohe Umsätze.

Mit der Euro-Schwäche sind viele Aktienbörsen ebenfalls unter Druck gekommen. Die meistgehandelten Hebelprodukte der letzten Tage gingen k.o. Calls und Puts auf den Dax wie KDAXJ, KDAXD oder KDAXN bzw. ihre Pendants auf den SMI wie TSMIU und KSMIE. Das Kalkül lautet hier, dass auch eine teure Rettungsaktion von irgendjemandem bezahlt werden muss - und das könnte die Konjunktur in den kapitalkräftigeren Ländern abwürgen.

Seit Anfang April ist auch der Aktienindex der Börse von Athen um ein Viertel eingebrochen. Erst die jüngsten Meldungen um Fortschritte beim Unterstützungspaket brachten eine gewisse Erholung. Der in Deutschland aufgelegte Index-Tracker DB0CFF auf den FTSE-ASE-20-Börsenindex, der die liquidesten 20 griechischen Aktien umfasst, stieg Ende letzter Woche bei hohem Handelsvolumen denn auch wieder um 12%. Auf den gleichen Index gibt es noch ein bis Ende 2010 laufendes Discountzertifikat und ein bis Januar 2012 aufgesetztes Express-Zertifikat. Das Express-Zertifikat hat die jüngsten Kursschwankungen der Börse kaum mitgemacht, und bis zum nächsten Beobachtungstag, der für den Coupon wichtig ist, dauert es noch ein dreiviertel Jahr. Das Discountzertifikat bewegte sich ungleich stärker, aber auch hier wird erst in acht Monaten abgerechnet.

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Unter den griechischen Einzelaktien hat es die Bankwerte am schlimmsten erwischt - hier führten Meldungen über Mittelabflüsse in den letzten zwei Wochen zu einem Kurssturz. Das ging auch am Barrier Reverse Convertible EFBTQ nicht spurlos vorbei, der auf die als Geschäftsbank arbeitende National Bank of Greece lautet. Das Produkt liegt gegenüber dem Start im Oktober 2008 um 22% zurück. Die Barriere, die laut dem Termsheet bei 35.68 Euro liegt, ist längst unterschritten. Anleger müssen sich demnach darauf einstellen, am Stichtag im April 2011 möglicherweise die Aktie geliefert zu bekommen. So oder so erhalten sie bei diesen Produkten den 9,5%-Coupon.

Anleihen als Alternative

Die National Bank of Greece ist im Athener Börsenindex der zweitschwerst kapitalisierte Einzelwert. Auch deshalb lohnt sich ein Blick auf die Obligationen dieser Bank. Der in Deutschland gelistete 3?%-Pfandbrief steht nach sieben Monaten bei 75% des Nennwertes. Der Verfalltermin ist im Oktober 2016. Wer hier mit einer vollständigen Rückzahlung sowie regelmässig eintreffenden Couponzahlungen rechnet, kann sich auf eine Rendite von 9,2% einstellen. Noch höher - und viel weniger aufregend - ist der 6¼%-Bond der Public Power Corp. of Greece. Der liegt jetzt zwar auch 2% unter seinem Nennwert, aber die Rückzahlung kommt schon Anfang November. Daraus errechnet sich eine Bruttorendite von 10,6%. Das ist bei geringerem Ausfall- und Kursrisiko eine Alternative zu einigen strukturierten Produkten auf griechische Einzelaktien.