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Mikrofinanz
Alternative Renditequellen in einem diversifizierten Portfolio

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Der globale Mikrofinanzmarkt wird weiterhin von Entwicklungsbanken und internationalen Organisationen dominiert.Quelle: Getty Images

Sozialer Impact und finanzielle Rendite Hand in Hand – warum Anlagen im Mikrofinanzbereich für Investoren eine interessante Alternative bieten.

Von David Keel
am 22.06.2018

Mikrofinanz hat sich in den letzten Jahren als eigenständige Anlagekategorie etabliert. Die Kombination von unkorrelierten, marktüblichen Renditen und hohem positiven sozialen Nutzen spricht sowohl Impact-Investoren als auch traditionelle Anleger an – wobei letztere Mikrofinanzanlagen zunehmend als Diversifiaktionselement ihren Portfolios beimischen.

Obwohl der globale Mikrofinanzmarkt weiterhin von Entwicklungsbanken und internationalen Organisationen dominiert wird, nimmt der Anteil von privatem Kapital in dieser Anlagekategorie stetig zu. Die Entwicklungsbanken anerkennen die Tatsache, dass der Markt für privates Kapital reif genug ist und widmen sich anderen Finanzierungstätigkeiten, welche weniger etabliert und daher immer noch stark von öffentlichem Kapital abhängig sind. 

Interessante Diversifikationseigenschaften

Institutionelle Investoren wie Banken, Pensionsfonds, oder Versicherungen gehören zu der am schnellsten wachsenden Investorengruppe im Mikrofinanzbereich. Dies ist einerseits auf institutionelle Anleger, die neu in den Markt einsteigen, sowie auf solche, die ihre Investitionen weiter ausbauen, zurückzuführen. Es sind insbesondere drei Merkmale, die diese Investorengruppe ansprechen: interessante Diversifikationseigenschaften, attraktive risiko-adjustierte Renditen sowie ein messbarer sozialer Impact.

In effizienten und liquiden Finanzmärkten erfolgen Preisanpassungen unmittelbar und global. Dies führt zu einer zunehmend hohen Korrelation zwischen vielen Risk-Assets, die gerade in Krisensituationen Richtung 1 tendiert. Es kommt also nicht überraschend, dass Investoren nach alternativen, unkorrelierten Renditequellen suchen. Mikrofinanzanlagen entwickeln sich weitestgehend unabhängig von traditionellen Anlageklassen wie globalen Aktien und Bonds. So blieben über die letzten 20 Jahre breitdiversifizierte Mikrofinanzstrategien von negativen Auswirkungen globaler Marktverwerfungen (Tech-Krise, globale Finanzkrise, Euro-Krise) weitestgehend verschont.

Positiver Impact

Neben diesen Diversifikationseigenschaften hat die Anlagekategorie in der Vergangenheit zudem mit einer tiefen Volatilität, sehr geringen Ausfallraten von durchschnittlich weniger als 1 Prozent sowie stabilen Nettorenditen von über 4 Prozent im US-Dollar pro Jahr überzeugt. Die kurzen Kreditlaufzeiten schützen ausserdem vor Zinsänderungsrisiken. Hinzu kommt ein positiver Impact – und dies spricht ins-besondere Anleger an, die nicht nur finanzielle Renditen erzielen wollen, sondern zur Bekämpfung von Armut und Erreichung der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen beitragen wollen.

Wie alle Anlagen, die eine Prämie über dem Geldmarkt erzielen, sind auch Mikrofinanzinvestitionen nicht risikofrei. Entscheidend für den Anlageerfolg ist nicht nur die Berücksichtigung finanzieller Risiken, wie etwa Kredit- und Liquiditätsrisiken, sondern auch die richtige Einschätzung politischer und regulatorischer Risiken in den jeweiligen Entwicklungs- und Schwellenländern. Gerade letztere sind in aufstrebenden Märkten von grosser Bedeutung. Für Mikrofinanzanlangen empfehlen sich daher spezialisierte Anlagefonds, die von einem erfahrenen Investment Manager mit lokaler Präsenz und entsprechender Marktkenntnisse professionell verwaltet werden.

David Keel ist Head Business Development BlueOrchard Finance Ltd

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