Die Amerikaner haben im Februar fleissig Geld ausgegeben. Die privaten Ausgaben sind wieder gestiegen, was zeigt, dass sich die Wirtschaft weiter erholt. Die Ausgaben der Konsumenten tragen zu 70% zur Wirtschaftsaktivität der USA bei. Deren Wiederbelebung ist ausschlaggebend für einen anhaltenden Aufwärtstrend. Die Einkommen hingegen sind im Februar im Vergleich zum Vormonat gleich geblieben.

Winter friert Einkommen ein

Um 0,3% sind die privaten Ausgaben in den USA laut Bericht des Wirtschaftsministeriums gestiegen. Das war der fünfte Monat in Folge mit einem Plus. Der Konsum wuchs, inflationsbereinigt, im 1. Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, um 3,1%. Dies ist der steilste Anstieg innerhalb eines Quartals bei den privaten Konsumausgaben seit dem 1. Quartal 2007. «Die Konsumdaten sehen ziemlich gesund aus», sagte James O’Sullivan, Ökonom von MF Global. Es gebe keine Anzeichen dafür, dass die Werte während der Aufschwungsphase zum zweiten Mal ins Minus fallen würden.

Der Bericht des Ministeriums wies zudem einen erhöhten Erwerb von teuren Haushaltsartikeln wie etwa Möbeln aus. Die Kombination aus verbesserter konjunktureller Lage und lockeren Kreditbedingungen führe dazu, dass Konsumenten mehr Geld ausgäben, so O’Sullivan. Eine Aufwärtsbewegung sei allerdings auch für den Arbeitsmarkt dringend vonnöten, verlautbarte das US-Wirtschaftsministerium. Ökonomen nehmen an, dass das Einkommen im Februar wegen des langen Winters stagniert habe, da viele Arbeiter zu Hause geblieben sind und weniger Mitarbeiter eingestellt wurden.

Anzeige

Mit zusätzlichen Arbeitsplätzen und einer längeren Arbeitswoche dürften auch die Einkommen wieder steigen. Für den Monat März prognostizierte O’Sullivan 275000 neue Arbeitsplätze. Im Februar hingegen gab es 36000 Arbeitsplätze weniger. Das bereits für diesen Monat erwartete Plus von 100000 Arbeitsplätzen sei durch die schweren Schneestürme und deren negativen Effekt auf den Arbeitsmarkt zunichtegemacht worden. Bis zur Mitte des Jahres werden laut O’Sullivan monatlich 100000 Arbeitsplätze neu hinzukommen. Die durchschnittliche Stundenzahl einer Arbeitswoche wird im März auf 33,9 Stunden ansteigen. Im Februar waren es noch durchschnittlich 33,8 Stunden.

Keine Angst vor Inflation

Im Herbst 2008, als die Finanzmärkte von der Lehman-Pleite überrollt wurden, hatten die Haushalte ihre Ausgaben massiv eingeschränkt. Im 2. Quartal 2009 lagen die Konsumausgaben inflationsbereinigt um 1,9% niedriger als zur Zeit des Einsetzens der Rezession Ende 2007. Das war die grösste Einbusse seit den frühen 80er-Jahren des 20. Jahrhunderts.Einen weniger grossen Schlag bekamen die Haushaltseinkommen ab. Zwar sind die Löhne und Gehälter gesunken, aber die soziale Absicherung und Arbeitslosenunterstützung der US-Regierung federte den Absturz der Einkommensrate ab. Im 4. Quartal 2009 lag das private Einkommen nach Steuern um 1,2% über dem des Vergleichszeitraums 2007, während die Ausgaben für den Privatkonsum nur um 0,8% stiegen. Das im Vergleich zu 2007 geringere Konsumwachstum bewirkte eine Steigerung der Sparrate auf 3,9% des Einkommens nach Steuern (im 4. Quartal 2007 betrug diese 1,5%).

Auch wenn die Wirtschaft mit zahlreichen neuen Arbeitsplätzen am Wendepunkt stehen dürfte, rechnet die US-Notenbank mit gedämpfter Inflation. Es besteht daher wenig Anlass, mit höheren Zinssätzen zu reagieren.