Die China Investment Corp. (CIC), der staatliche Investmentfonds des Landes, hat mit seinem Auslandsportfolio im vergangenen Jahr nur 2,1% verloren. Das gab die CIC in ihrem kürzlich erschienenen Jahresbericht bekannt. Insgesamt verbuchte der 300 Mrd Dollar schwere Staatsfonds Kapitalerträge von plus 6,8% im Jahr 2008.

Nichts dem Zufall überlassen

Dieses Ergebnis übertrifft jenes von anderen Staatsfonds, was zum Teil aber daran liegt, dass der Fonds, der 2007 mit 200 Mrd Dollar Währungsreserven aufgelegt wurde, die Werte in Cash parkte, während andere Fonds in Märkten investiert waren. Jin Liqun, Vorsitzender des CIC-Aufsichtsrats, sagte, die CIC-Performance sei keine Frage des Glücks. «Für die relativ gute Performance ist unser Management verantwortlich, das seine Auffassung von den Märkten im Juli und August 2008 verändert hat. Die beste Lehre, die man aus der Finanzkrise ziehen kann, ist, dass man seinen Risikoappetit angemessen halten sollte.»

Jin sagte ferner, das Auslands-portfolio habe von Dividenden der Blackstone Group profitiert und von der 9%igen jährlichen Zahlung aus dem Besitz von Wandelanleihen von Morgan Stanley. Das habe geholfen, die Buchverluste aus dem Anteilsbesitz der zwei Firmen abzumildern. CIC wurde öffentlich kritisiert, als der Staatsfonds herbe Buchverluste auf die 2007 getätigten Investments in Blackstone und Morgan Stanley erlitt. Für einige Zeit vermied CIC daraufhin grössere Investments. Ende 2008 hielt der Staatsfonds 87,4% seiner ausländischen Anlagen in Cash oder geldmarktnahen Mitteln, nur 3,2% waren in Aktien investiert und 9% in festverzinslichen Papieren. Jin sagte jedoch, dass das Vermögen nun umgeschichtet werde.

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«Da die Märkte drehen, gibt es viele Gelegenheiten für Staatsfonds», so Jin. Ein Gebiet, auf dem sich CIC mehr engagieren will, sind Hedge-Fonds. Der Staatsfonds hat bereits 1 Mrd Dollar in Dach-Hedge-Fonds von Black-stone und Morgan Stanley investiert und will sich künftig auch direkt bei Hedge-Fonds engagieren. Jin sagte jedoch, dass CIC nicht versuchen werde, mit ihrem Geld «zu spekulieren».

Bedenken zerstreuen

Kürzlich stand Jin an der Spitze einer Initiative zur Erstellung von Standards für Staatsfonds, um Bedenken in einigen Ländern über die Auswirkungen von Staatsfondsinvestments auf die globalen Märkte und die nationale Sicherheit zu zerstreuen. «Ich glaube, dass sich die Sicht auf Staatsfonds international zum Besseren wendet», so Jin. «Während der Liquiditätskrise waren Staatsfonds willkommen. Es gibt keinen empirischen Beweis, dass sie Unruhe stiften.»