US-Finanzminister Timothy Geithner kündigte in seiner mit Spannung erwarteten Rede umfangreiche Kredite an, liess es aber an Details fehlen.

Prompt fielen die Aktienkurse an der New Yorker Börse um fast 5% der stärkste Rückgang seit Barack Obamas Amtsantritt. Weitere Kapitalspritzen für die Banken, eine Ausweitung des Kreditbeihilfenprogramms der Fed und ein privatwirtschaftlicher Ansatz, um die Banken von toxischen Papieren zu befreien im Grossen und Ganzen sagte Geithner nichts Neues. Insgesamt sollen zwischen 1 und 2 Billionen Dollar in die Wirtschaft fliessen. Er versprach, die Regierung werde 50 Mrd Dollar einsetzen, um Zwangsvollstreckungen im Häusermarkt zu verhindern, Einzelheiten sollen aber erst in den kommenden Wochen ausgearbeitet werden. «Manch einer mag enttäuscht sein, dass wir kein riesiges Übernahmeprogramm angekündigt haben», sagte Stephanie Cuttler, Sprecherin des Finanzministers, «aber wir wollen den bestmöglichen Plan zum Schutz des Geldes der Steuerzahler, wir wollen den Kreditmarkt wieder ankurbeln und eine anhaltende Erholung des gesamten Finanzmarkts erreichen.»

Der Mangel an Details belegt die gravierenden Probleme, die den Kern der Krise ausmachen. Dramatische Eingriffe wie eine Verstaatlichung der Banken oder Megabankenkredite ohne Bedingungen wurden aber mittlerweile verworfen. «Sie können sich vorstellen, dass das ungeheuer kompliziert ist», sagte Geithner dem TV-Sender CNBC.

«Wir wollen vor allem den Steuerzahler schonen, nur Risiken auf uns nehmen, die wir verstehen, und unsere Mittel jeweils mit der bestmöglichen Wirkung einsetzen.»

Privatsektor soll Preise festlegen

Am spannendsten ist dabei die Frage, wie der Plan zum Aufkauf fauler Kredite im Detail funktionieren wird. Ökonomen sind sich einig darüber, dass diese Kredite und andere faule Assets aus den Bankbilanzen verschwinden müssen, damit sich das System überhaupt wieder erholen kann. Geithner sagt, man wolle mit dem Privatsektor zusammen Kredite für rund eine halbe bis 1 Billion Dollar aufkaufen.

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Dazu könnten nach Angaben des Finanzministeriums Teile des Konjunkturprogramms verwendet werden, der Rest solle privatwirtschaftlich aufgebracht werden. Im Finanzministerium seien «verschiedene Alternativen» durchgespielt worden, und es sei ein «Wagnis» für die Regierung, Preise festzulegen. Der Privatsektor könne diese aufgrund der Struktur der faulen Kredite besser einschätzen.