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Anlagefonds: Unbefriedigendes Dilemma

Verschiedenste Währungen aus dem nahen und fernen Ausland

Die anhaltend tiefen Zinsen erschweren Investoren die Suche nach Renditen. Obligationen bieten kaum mehr Potenzial. Reale Anlagen wie Aktien oder Immobilien bergen höhere Risiken.

Von Maja Kälin
am 30.01.2013

Das Aktienjahr 2012 verlief trotz Euro-Krise positiv. Das hat sich günstig auf die Fondsbranche ausgewirkt. Die Fondsvolumen sind gemäss dem Fondsverband Swiss Fund Association (SFA) im letzten Jahr um 13 Prozent gestiegen. Am meisten Neugelder wurden in ­Obligationenfonds angelegt, im Dezember waren es rund 1,5 Milliarden Franken.

Doch diese Entwicklung dürfte bald ein Ende haben. «Während Anleger im vergangenen Jahr mit Obligationen noch von sinkenden Zinsen profitiert haben, gibt es dafür kaum mehr Po­tenzial», so Gérard Fischer, Chief Executive Officer von ­Swisscanto. Im aktuellen Tiefzinsumfeld wird es für Anleger zusehends zur Herausforderung, ihr Kapital zu erhalten. Als Alternative bieten sich Realwerte wie Aktien oder Immobilien an. Diese verändern jedoch das Risikoprofil des Portfolios. Und die Risikobereitschaft der Investoren ist noch nicht merklich gestiegen, die Barbestände sind nach wie vor hoch. «Bei den Privatinvestoren ist es meist eine erzwungene Liebe zu den Risiko-Assets, weil sie bei den Obligationen fast nichts mehr verdienen», bringt es Gerhard Fusenig, der Fondschef der Credit Suisse, auf den Punkt. Das zeige sich daran, dass vor allem defensive Aktientitel erworben würden.

Grosse Aufmerksamkeit kam im letzten Jahr den Schwellenländern zuteil. So liessen sich mit den besten Fonds Renditen von über 30 Prozent erzielen (siehe Seite 49). Auch die Zukunftsprognosen der Emerging Markets sehen vielversprechend aus. Dies dürfte in den nächsten Jahrzehnten eine Verschiebung der Gewichte der Wirtschaftsre­gionen nach sich ziehen. Gemessen am Bruttoinlandprodukt soll China im Jahr 2030 zur grössten Volkswirtschaft der Welt aufsteigen. Nicht umsonst bauen Banken ihre Palette für Investments in Schwellenländern weiter auf. Auf die Frage, welche Neulancierungen geplant seien, antwortet Fusenig von der CS: «Es gibt einen weiteren Ausbau beim Thema Emerging Markets.» Dennoch ist eine gewisse Vorsicht angebracht und Euphorie fehl am Platz. Fondsmanager Toke Hjortshøj von Sparinvest warnt: «Obwohl vielfach angeführt wird, dass inzwischen ein neues Zeitalter angebrochen ist, in dem die Schwellenländer-Volkswirtschaften wesentlich unabhängiger geworden sind, mussten wir in Krisenphasen schmerzlich erfahren, dass die Schwellenländer ohne die Industriestaaten nicht überlebensfähig sind – und umgekehrt.» Dennoch stehen die Ampeln auf Grün für die Emerging Markets. Als wichtigster Impulsgeber der Weltwirtschaft gilt China. Die aktuelle Konjunkturerholung im Reich der Mitte stimmt optimistisch.

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