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  3. Trumps Iran-Entscheid lässt Börsenanleger unbeindruckt

Atomabkommen
Anleger bleiben nach Trumps Entscheid gefasst

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Schweizer Börse: Anleger reagieren gefasst.Quelle: Keystone Images

Die USA beschliessen den Ausstieg aus dem Atomabkommen. Anleger in Europa lassen sich dadurch nicht verunsichern.

Veröffentlicht am 09.05.2018

Die Aufkündigung des Atom-Abkommens mit Iran durch die USA hat die Anleger in Europa am Mittwoch nicht aus der Bahn geworfen. Dabei half ihnen eine Reihe ermutigender Firmenbilanzen. Dax und EuroStoxx50 hielten sich jeweils etwa 0,3 Prozent im Plus bei 12’938 beziehungsweise 3567 Punkten. Auch der Swiss Market Index notiert leicht höher.

Der Preis für die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee stieg um bis zu 3,1 Prozent auf ein Dreieinhalb-Jahres-Hoch von 77.20 Dollar je Barrel (159 Liter). Durch die von Präsident Donald Trump angedrohten neuen US-Sanktionen könnten Analysten zufolge dem Weltmarkt iranische Öllieferungen im Volumen von bis zu einer Million Barrel pro Tag entzogen werden. Zu den Gewinnern am Aktienmarkt zählten die Ölkonzerne. Die Papiere von OMV, Total, BP und Shell verteuerten sich um bis zu 2,4 Prozent.

Kein überraschender Entscheid

Die Entscheidung Trumps komme nicht überraschend, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader warnte jedoch davor, die Situation zu unterschätzen: «Sollte es der Europäischen Union nicht gelingen, das Abkommen auch ohne die USA zu erhalten, droht sich der Konflikt im Nahen Osten erneut zu verschärfen.»

Am Devisenmarkt griffen Anleger verstärkt zur Weltleitwährung Dollar. Einige spekulierten darauf, dass der Ölpreis-Anstieg die Inflation anheizt und die US-Notenbank (Fed) zu rascheren Zinserhöhungen zwingen wird. Dies drückte den Euro auf ein Viereinhalb-Monats-Tief von 1,1821 Dollar.

Airbus unter Druck

Zu den Verlierern an der Börse gehörte Airbus. Weil die USA dem Flugzeugbauer und dessen Rivalen Boeing die Lizenz zum Verkauf von Passagiermaschinen an Iran entziehen wollen, drohen dem Unternehmen Einnahme-Ausfälle in Milliardenhöhe. Airbus-Aktien verloren in Paris ein Prozent.

Boeing büsste im vorbörslichen US-Geschäft 0,8 Prozent ein. Unter Verkaufsdruck gerieten auch Peugeot und Renault, die jeweils 1,2 Prozent nachgaben. Die beiden französischen Autobauer sind stark in Iran engagiert.

Schweizer Anleger halten sich zurück

Die Schweizer Börse hat sich am Mittwoch wenig verändert gezeigt. Die Aufkündigung des Atomabkommens mit Iran durch die USA komme nicht unerwartet, sagten Händler. Die Anleger seien wegen der möglichen Folgen allerdings verunsichert und scheuten vor Käufen zurück. «Und vor dem morgigen Feiertag, den viele Marktteilnehmer für ein verlängertes Wochenende nützen, dürften sich die Anleger noch zusätzlich zurückhalten», sagte ein Analyst

Der SMI notierte mit 8950 Zählern eine Spur höher als am Vortag. Am Dienstag hatte der Leitindex 0,3 Prozent nachgegeben.

(reuters/mbü/bsh)

 

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