Wirklich Geld verdienen etablierte Netzwerk-Airlines wie Lufthansa/Swiss, Air France-KLM oder British Airways nur mit ihren Business- und First-Passagieren. Doch derzeit brechen die Passagierzahlen über alle Klassen weg: Lufthansa meldete für Februar einen Rückgang um 9%, bei British Airways war es ähnlich, nur dünnten sich hier besonders auf den vorderen Reihen die Passagierzahlen gleich um ein Fünftel aus. Bei Air France-KLM fiel die Passagierzahl um 6%. Der Februar ist (auch) deshalb die bessere Vergleichsgrösse als der Januar, weil zu Jahresbeginn noch viele Tickets abgeflogen werden, die mit Budgets aus dem Vorjahr gekauft wurden.

«Grösse schützt nicht vor Rückschlägen», warnte denn auch der Airline-Analyst der Unicredit. Bei SAS, einem weiteren möglichen zukünftigen Teil des Lufthansa-Konzerns, waren es gleich 20% weniger Passagiere. Und auch der Billigflieger Easyjet meldet 7% weniger Reisende. Ein Rückgang der Passagierzahlen um 5% bedeutet laut den Analysten der Citigroup einen Umsatzeinbruch um gleich 7%. Lediglich Ryanair verzeichnete einen kleinen Zuwachs.

Kosten sparen oder verlagern

Die Fluglinien antworten jetzt mit Kostensparmassnahmen oder verschieben die Ausgaben einfach in die bisher selbstverständlichen Handreichungen. British Airways, die auf ein Merger mit Iberia zielt und laut Analysten der RBS in diesem und im kommenden Jahr Verluste ausweisen wird, stellt sich auf zwei magere Jahre ein. Laut den Bonitätswächtern von Standard & Poor’s haben die Anleihen von BA nur noch Junk-Charakter.

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Ryanair andererseits verlangt für jeden Handgriff extra Geld. Zudem wird das Netzwerk weiter ausgebaut, die Kapazitäten erhöht. Bei British Airways wurde das Netz hingegen um 9% ausgedünnt, was den Lade- und Auslastungsfaktor, ein von Analysten scharf beobachteter Kennwert der Industrie, wenigstens konstant hielt. Der halbherzige Einschnitt von 4% bei Air France dagegen half zu wenig. Immerhin zahlt die Lufthansa 0,70 Euro Dividende pro Aktie - die Analysten der Berenberg-Bank hatten weniger als die Hälfte erwartet und interpretieren dies als Zeichen finanzieller Robustheit. Dennoch, die Analysten haben ihre Kursziele kaum der schwachen Verkehrsentwicklung im Februar angepasst - das Kurspotenzial der Branche ist deshalb vor allem nach unten offen.

PILOT fliegt ins Plus

Auf Lufthansa gibt es auf dem deutschen Markt knapp 120 Hebelprodukte, darunter gut 50 Puts. Eine Handvoll Puts liegt knapp am oder im Geld, das heisst, die Ausübungspreise liegen in der Nähe der aktuellen Kurse. Andere Puts mit Ausübungspreisen um 20 Euro oder mehr liegen bereits tief im Geld - diese Scheine haben sich in den letzten Monaten im Wert vervielfacht und sich als Richtungswetten oder als Absicherungsinstrumente gegen fallende Kurse bewährt. Für defensivere Anleger sind die Discount-Zertifikate mit Caps zwischen 5 und 8 Euro attraktiv. Hier lassen sich Renditen zwischen 5 und 32% erzielen.

Im Barrier-Reverse-Zertifikat KEROS sowie beim Inverse Barrier Reverse Convertible PILOT sind Air France-KLM und British-Airways bereits «fusioniert». KEROS hat seit seiner Lancierung die Käufer gut vor Verlusten geschützt - der Preis brach zwar im letzten Spätsommer um 20% ein, jetzt liegt er aber knapp über 100, was bedeutet, dass sie ihren Einsatz wiederbekommen. Noch etwas besser sind die Käufer von PILOT gefahren. Ihr kleiner Kursgewinn von rund 3% steht in scharfem Kontrast zur Entwicklung der Aktie, die im gleichen Zeitraum die Hälfte eingebüsst hat.