Zwar hat Uster Technologies die Zahlen, die CEO Geoffrey Scott beim Börsengang im vergangenen Herbst versprochen hatte, geliefert. Trotzdem sind die Investoren nicht überzeugt – sie fürchten, dass der für Ende 2008 erwartete Abschwung in der Textilindustrie auch Uster treffen wird. Die Aktie, seit dem Börsengang im vergangenen Herbst ohnehin auf Talfahrt, gab nach Bekanntgabe der Jahreszahlen am vergangenen Montag nochmals kräftig nach. Uster sanken zeitweise über 5% und gingen mit 35.40 Fr. (–0,71%) aus dem Handel. Am Dienstag erholten sie sich leicht auf 35.60 Fr.

Die Uster-Führung dagegen gibt sich betont zuversichtlich. Für 2008 erwartet CEO Geoffrey Scott ein hohes einstelliges Umsatzwachstum, die Ebita-Marge soll zwischen 26 und 28% zu liegen kommen. «Wir müssen auch 2008 liefern, was wir versprechen, dann werden die Investoren Vertrauen fassen», sagt Scott der «Handelszeitung». Die Finanzziele sind aus Analystensicht nicht sehr amibitioniert – Volkan Göçmen von Helvea etwa erwartet für 2008 eine Ebitda-Marge von 29%. «Das ist für ein Textilinstrumentenhersteller bereits einen sehr hohes Niveau. Wir wollen keine überhöhten Erwartungen schüren», hält Scott dagegen. Uster sei gut ins neue Geschäftsjahr gestartet, mehr könne er zum heutigen Zeitpunkt nicht sagen.

Neukunden vor allem in China

Usters Wachstumsmotor bleibt 2008 der asiatische Markt. Bereits im vergangenen Jahr erzielte der Konzern 59,7% seines Umsatzes in Fernost. «2008 wird sich dieser Anteil um wenige Prozentpunkte auf Kosten der europäischen Märkte erhöhen», sagt Scott. Uster habe in Asien Neukunden gewonnen, vor allem chinesische Textilmaschinenbauer, die verstärkt in die Qualität ihrer Produkte investierten. Damit erhöht Uster ihren Fokus auf das Asiengeschäft. 2007 betrug der Anteil mit Maschinenherstellern wie Rieter und OC Oerlikon bereits 45%, Tendenz steigend. Doch Scott beruhigt: «Wir verzeichnen derzeit keinerlei Anzeichen für eine drastische Abkühlung der asiatischen Märkte.» Zudem habe man ein starkes Ersatzteilgeschäft, mit dem sich zyklische Effekte teilweise glätten liessen.

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