Die Aktien des Hörsystem-Herstellers Sonova sind am Montag in der Eröffnungsphase in einem gehaltenen Gesamtmarkt gesucht. Das Unternehmen hat vorbörslich unter anderem die Verlagerung von Teilen der Produktion nach Grossbritannien und China angekündigt, was zum Abbau von rund 100 Stellen in der Schweiz führt. Gleichzeitig angekündigt wurde die Übernahme des deutschen Grosshändlers Hansaton sowie die Absicht die Marktpräsenz im deutschen Retailgeschäft auszubauen.

An der Börse notiert die Sonova-Aktie gegen 09.40 Uhr um 2,0 Prozent höher auf 134,80 Franken. Der Gesamtmarkt, gemessen am Swiss Performance Index (-0,04 Prozent), zeigt sich gehalten. Im bisherigen Jahresverlauf hatte der Titel bis am Freitagabend allerdings um 10 Prozent verloren, vergangenes Jahr indessen um gut 22 Prozent zugelegt.

Betrieblich auf gutem Weg

Die Hansaton-Übernahme und die Kostensparmassnahmen dürften den Gewinn je Aktie um 1 bis 2 Prozent steigen lassen, rechnet Carla Bänziger von der Bank Vontobel. Die Sonova-Aktie habe seit der SNB-Entscheidung, die Euro-Untergrenze aufzuheben, eine deutliche «Underperformance» aufgewiesen. «Wir glauben, dass das Unternehmen betrieblich auf guten Weg ist und erachten das aktuelle Kursniveau als attraktive Einstiegsgelegenheit», so die Vontobel-Analystin. In der Folge wird die «Buy»-Empfehlung mit einem Kursziel von 160 Franken bestätigt.

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Die Kostensenkungsmassnahmen würden die Verpflichtung gegenüber dem mittelfristigen EBITA-Margenziel von rund 25 Prozent bekräftigen, kommentiert Christoph Gretler von der Credit Suisse. Die Übernahme von Hansaton bringe etwa 2 Prozent des Sonova-Umsatzes und sei daher keine bedeutende, strategische Transaktion. Die CS bewertet die Sonova-Aktie mit «Outperform» (Kursziel: 136 Franken).

Positive News

Sonova treibe die Portfolioergänzung mit dem Kauf von Hansaton voran, was er begrüsse, so der zuständige Analyst der Zürcher Kantonalbank (ZKB). Zudem würden die Einsparinitiativen helfen, die Kosten in Schweizer Franken zu reduzieren. Gesamthaft seien die News positiv zu werten, heisst es weiter.

Auf den ersten Blick seien die heutigen News zwar nicht sehr bedeutend, aber leicht positiv, so das Fazit von Michael Jungling von Morgan Stanley. Im Retailgeschäft scheine sich eine Gelegenheit zu ergeben, Mitbewerber zu konkurrieren und so das organische Wachstum zu beschleunigen.

Es sei nicht überraschend, dass Sonova sich aktiv an der Konsolidierung im Wholesale- und Retail-Hörgerätemarkt beteilige, heisst es weiter. Jungling schätzt den Umsatzbeitrag daraus auf rund 2 Prozent. Die Sparbemühungen bezeichnet der Morgan-Stanley-Analyst als «hilfreich». Morgan Stanley bewertet die Sonova-Aktie mit «Overweight».

(awp/ise/ama)