Mike Shaw hat in diesen Tagen viel Zeit für ein Gespräch, das sich nicht nur um seine Buicks dreht. Wenn der Autohändler unweit des Highway 87 bei Colorado Springs an das Fenster seines Büros tritt, sieht er hunderte unverkauften Autos auf Halde. Die Spritschlucker möchte niemand mehr haben, und etliche seiner Kunden haben sich nebenan beim Toyota- oder Volkswagenhändler umgesehen.

Auch beim Buick-Mutterhaus General Motors (GM) droht das Geld auszugehen. «Ohne Regierungshilfe dürfte GM seine Geschäfte nicht über den Dezember hinaus betreiben können», sagt Rod Lache, Analyst bei der Deutschen Bank. Die Barreserven würden Ende 2008 unter 5 Mrd Dollar fallen, und das sei zu wenig, um die Januar-Rechnungen zu begleichen, warnt der Analyst.

Gehen Aktionäre leer aus?

Bereits hat sich der designierte US-Präsident Barack Obama eingeschaltet – er möchte GM und Ford ähnliche Unterstützung durch den Rettungsfonds TARP zukommen lassen wie den Banken. Ohne eine solche Hilfe würde ein GM-Konkurs laut einer Studie des Center For Automotive Research sofort den Verlust von 2,5 Mio Arbeitsplätzen und 125 Mrd Dollar Einkommensverlust bedeuten. Doch auch mit einer US-Regierungshilfe sieht es laut Lache düster aus bei GM.

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Ein 10-Mrd-Dollar-Kredit könnte den Konzern für die nächsten zwei Jahre knapp über Wasser halten. Für eine nachhaltige Restrukturierung müssten gar 25 Mrd Dollar aufgeworfen werden. «Die Gläubiger dürften ihre Rechnungen bezahlt bekommen, aber für die Aktionäre ist es unwahrscheinlich, dass sie überhaupt etwas sehen», glaubt Lache. Er hat deshalb sein Kursziel von 4 Dollar auf null herabgesetzt. Die Aktie fiel seither um über 20%.