Bei der ersten Zinssitzung der EZB nach der Sommerpause dürften heute (Donnerstag) neue Wirtschaftsprognosen und das umstrittene Anleihen-Kaufprogramm der Notenbank im Fokus stehen. Investoren an der Börse wollen von EZB-Präsident Mario Draghi wissen, ob die hauseigenen Ökonomen der Zentralbank nach dem Anti-EU-Votum in Grossbritannien einen Dämpfer für die europäische Wirtschaft befürchten. Die meisten Ökonomen erwarten nicht, dass die EZB ihre Prognosen deutlich nach unten korrigieren muss. Mehrheitlich wird erwartet, dass die EZB den Leitzins nicht antastet, der seit März bereits auf dem Rekordtief von null Prozent liegt.

Viele Ökonomen gehen allerdings davon aus, dass die Europäsche Zentralbank (EZB) ihr auf 1,74 Billionen Euro angelegtes Anleihen-Kaufprogramm über den März 2017 hinaus verlängert. Die Frage ist nur, ob sie dies bereits heute beschliesst. Sie müsste in diesem Fall auch die Stellschrauben des Programms nachjustieren, denn bereits jetzt sind für die Euro-Wächter viele Anleihen wegen zu niedriger Renditen nicht mehr kauffähig. Nach Einschätzung von Analysten drohen vor allem deutsche Bundesanleihen bald knapp zu werden.

(awp/mbü/ama)