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Anleger wollen ihre Rendite mit Silber vergolden

Silber
Silber: Bei Anlegern beliebt.Quelle: Keystone

Während im vergangenen Jahr so gut wie alle Assets gestiegen sind, hat Silber an Wert verloren. Das Verhältnis Gold-/Silberpreis ist so hoch wie selten. Silber könnte jetzt steigen.

Von Georg Pröbstl
am 09.02.2018

Der Markt hat korrigiert. Von seinem Allzeithoch Ende Januar hat der Dow Jones inzwischen zehn Prozent verloren. Auch mit dem SMI verbuchen Börsianer ähnliche Verluste und an anderen Börsenplätzen in Europa sieht es nicht viel anders aus. Alle Anleger, die Aktien auf mittlere bis lange Sicht betrachten und nicht erst vor kurzem ganz spät nach langem Boom zu Höchstpreisen eingestiegen sind, haben aber keinen Grund zum Jammern. Denn in den zwölf Monaten zuvor war der Dow Jones um 30 Prozent geklettert und der SMI brachte im selben Zeitraum ein Plus von 20 Prozent.

Diesen Schub in 2017 hatte vor einem Jahr kaum jemand erwartet. Aber nicht nur Aktien, fast alles ist gestiegen: Öl, Gas, Industriemetalle und Gold. Das Edelmetall brachte auf Sicht von zwölf Monaten zwischenzeitlich schon ein Plus von zehn Prozent und der Gold-Call (ISIN: CH0307665981) den die Redaktion von stocksDIGITAL vor einem Jahr empfohlen hatte, lag auch schon fast 100 Prozent im Gewinn.

Silber – bisher keine Kursgewinne

Was in diesem Kursanstiegsreigen an den Börsen und Rohstoffmärkten jedoch auffällt, ist Silber. Der kleine Bruder von Gold kommt nämlich nicht vom Fleck. Auf Sicht von einem Jahr büsst das Edelmetall Nr. 2 sogar acht Prozent ein und hat in den letzten 18 Monaten sogar 20 Prozent an Wert verloren.

Dabei ist Silber als Schmuck fast genau so begehrt wie Gold und obendrein ein wichtiges Industriemetall. So wird mehr als die Hälfte des Marktvolumens von Silber in der Industrie verwendet. Das Edelmetall kommt insbesondere wegen seiner guten Leitfähigkeit und dem Schutz
vor Korrosion beispielsweise in der Solarindustrie, für die Fertigung von Batterien, bei elektrischen Schaltern oder in der Elektrizität als Supraleiter zum Einsatz.

Nachfrage aus Industrie steigt an...

Angesichts des steigenden Tempos der Weltwirtschaft sollte die Nachfrage nach Silber aus der Industrie jetzt sogar tendenziell zunehmen. Nach Angaben des Silver Institutes lag die Nachfrage in den letzten Jahren schon regelmässig über dem Angebot. Das weltweite Silber-Defizit hatte sich zwischen 2014 und 2016 auf 148,6 Millionen Unzen verdoppelt.

Wie die Branchenorganisation vor wenigen Wochen meldete, stieg die Nachfrage aus der Industrie im vergangenen Jahr tatsächlich um 3,4 Prozent auf 581,4 Millionen Unzen. Das waren 60 Prozent der weltweiten Nachfrage nach physischem Silber von insgesamt 976,1 Millionen Unzen. Auch die Schmucknachfrage nach Silber kletterte um 2,7 Prozent auf 264,6 Millionen Unzen.

… als Investment war Silber aber weniger begehrt

Wie das Silver Institute aber ausführt, gab es 2017 aber wieder einen Überschuss des Silber-Angebots und zwar in Höhe von 35,8 Millionen Unzen. Grund war nicht die Produktion, die mit 1008,4 Millionen Unzen stabil geblieben war, sondern der starke Rückgang der Nachfrage nach Silber als Investment. Münzen und Barren erlebten einen Nachfragerückgang um mehr als ein Drittel auf 130,1 Millionen Unzen und bei Investmentprodukten und Beständen an den Börsen gab es sogar einen Abfluss von 3,6 Millionen Unzen.

Im Vorjahr verbuchte der Bereich noch eine positive Nachfrage von 129,7 Millionen Unzen. Als Grund für den Einbruch der Investoren-Nachfrage nennt die Branchenorganisation die gestiegene Risikofreudigkeit der Anleger verbunden mit dem Kauf insbesondere von Aktien.

Prognose: Der Silberpreis soll steigen

Aber das Bild könnte jetzt drehen! So erwartet das Silver Institute für dieses Jahr einen weiteren Rückgang der Förderung in den Minen. Zudem scheinen Investoren langsam wieder Interesse an Silber zu finden. So stieg die Zahl der Silber-Call-Optionen an der Terminbörse mit Basis 17,50 und 18 Dollar in den letzten Wochen auf ein Vielfaches und in der letzten Januar-Woche kletterte die Netto-long-Position der Spekulanten um mehr als zehn Prozent.

Das Silver Institut erwartet für 2018 so auch einen Preisanstieg auf 18,80 Dollar je Unze. Silber könnte auch aus einem weiteren Grund zulegen: Wegen des Gold/Silver-Ratios. Durch den Preisanstieg bei Gold einerseits und den Preisverfall bei Silber auf der anderen Seite ist das Verhältnis Gold/Silber-Preis in den letzten zwölf Monaten von 70 auf 80 gestiegen. Eine Unze Gold ist also 80 mal so teuer wie eine Unze Silber. Dieser Wert liegt aber weit über dem langjährigen Durchschnitt von 64. Anfang 2012 lag dieses Verhältnis noch bei 50 und ein Jahr zuvor sogar bei unter 40. Das zeigt: Die Ratio schwankt stark und oft auch in kurzen Abständen. 10 Punkte + oder – gab es in der Vergangenheit oft schon innerhalb von einigen Monaten und Quartalen.

Anleger setzen auf ein fallendes Gold/Silber-Ratio

Da ein Ratio von 80 im Bereich der langjährigen Höchstwerte liegt und es von dort zuletzt 2003, 2009 und 2016 auch wieder rasant nach unten ging, könnte Silber schon bald wieder deutlich steigen. Ein konstanter Goldpreis vorausgesetzt würde bei einer Gold/Silver-Ratio von 70 einen Silberpreis von 18,75 Dollar bringen.

Silber notiert nur knapp unter der 200-Tage-Linie und nach unten ist zur starken Unterstützung im Bereich von 15,75 Dollar auch nicht weit. Mit einem nicht zu spekulativen Call (ISIN: CH0392690696, Laufzeit endlos, Basis und Knock-out jeweils 14,1215 Dollar) setzen Anleger mit einem 6er-Hebel auf den Rebound von der Marke, den Sprung über die 200-Tage-Linie, ein deutlich sinkendes Gold/Silver-Ratio und natürlich einen höheren Silberpreis.

* Georg Pröbstl ist Chefredaktor des Börsenbriefs Value-Depesche. Der Börsendienst ist auf substanzstarke, unterbewertete Aktien mit guten Perspektiven aus der D-A-CH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) spezialisiert. Performance des Musterdepots 1 Jahr: +26,1 Prozent (DAX: +12,7 Prozent), 3 Jahre: +71,5 Prozent (DAX: +22,4 Prozent). Seit Start im April 2010 steht ein Zuwachs von +301,7 Prozent (Dax: +83,3 Prozent).

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