Die Krise an den Finanzmärkten hat die Realwirtschaft erreicht: Die Kreditbedingungen haben sich verschärft, immer mehr Firmen erhalten keine Kredite von Banken oder nur zu äusserst ungünstigen Konditionen. Auf der anderen Seite suchen die Investoren nach attraktiven Geldmarktinvestitionen, die aufgrund der tiefen Zinsbänder schwer zu realisieren sind.

Was läuft am Interbankenmarkt?

Die Interbankenmärkte erfuhren bereits im Sommer 2007 eine schwere systematische Störung, mit der Folge, dass die Umwälzung von Liquidität nicht mehr ausreichend funktionierte. Die Grundlage für alle Prozesse der Kreditschöpfung ist die Geldbasis, das heisst die Summe aus dem Bargeldbestand und den Zentralbankguthaben der Geschäftsbanken. Liquiditätsüberschüsse und -defizite sind die treibenden Kräfte der Bewegungen im Interbankenmarkt. Notenbanken verfügen über den entscheidenden Schlüssel für die Liquiditätsbereitstellung im Finanzsystem.

Die Krisenresistenz des internationalen Finanzsystems konnte aufgrund von Erfahrungen aus vergangenen Finanzmarktturbulenzen in den letzten Jahrzehnten markant verbessert werden. Dennoch übertrifft das Ausmass der gegenwärtigen Krise jene der letzten Jahrzehnte. Indikatoren und Kennzahlen des Interbankenmarktes verdeutlichen dies.

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So gibt beispielsweise der Funding-and-Market-Liquidity-Index des IWF einen breiten Überblick über die globalen Liquiditätsverhältnisse und bietet eine Illustration des Ausmasses der Krise: Je höher der Index, desto angespannter die Liquiditätssituation.

Die Rolle der Zentralbanken

Massgeblich beeinflusst werden die Zinsverhältnisse an den Interbankenmärkten wie auch die allgemeinen Zinsentwicklungen durch die National- und Zentralbanken. Die SNB und die anderen National- und Zentralbanken versorgen die internationalen Finanzmärkte unter den definierten Leitzinsen mit Liquidität. Das Repo-Geschäft ist dabei ein mögliches Instrumentarium für Geschäftsbanken, um sich einen Zugang zu Krediten der Nationalbanken zu verschaffen. Dies sowohl in Normalsituationen als auch in Krisenzeiten, insbesondere wenn der ungesicherte Interbankenhandel nicht mehr ausreichend Liquidität bereitstellen kann.

Attraktiver Zins auf Kapital

Synthetische Floater-Anleihen können für Anleger und Emittenten eine Möglichkeit sein, den Geldfluss (wenn auch in bescheidenem Masse) wieder in Schwung zu bringen. Bei den Synthetischen Floater-Anleihen legt der Emittent ein verzinsliches Wertpapier auf (Laufzeit 3 Monate bis 20 Jahre), bei denen der Coupon, das heisst die Verzinsung, variabel gestaltet ist und in der Regel an einen Referenzzinssatz gekoppelt ist. Sie werden meist auf den Libor oder Euribor begeben, mit einem Aufschlag auf den dort gehandelten Zins. Massgeblich ist der Credit Spread des Emittenten, das heisst der Aufschlag, den der Emittent für die Geldaufnahme aufgrund seiner Bonität am Markt bezahlen muss.

Differenz zur Zinsuntergrenze

Die gängigste Variante ist die Ausgestaltung mit einem Mindestzinssatz. Dieser wird über eine Zinsoption konstruiert, bei der eine Zinsuntergrenze eingegangen wird. Der Emittent erwirbt gegen Zahlung einer Prämie das Recht, vom Verkäufer der Option die Differenz zur Zinsuntergrenze zu erhalten, falls der Referenzzinssatz (z.B. 3-Monats-Libor) die vereinbarte Zinsuntergrenze unterschreitet. Es gilt hier zu beachten, dass diese Option für die Absicherung des Mindestzinssatzes nicht kostenfrei ist und zulasten der Produktkonditionen geht.

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Synthetische Floater-Anleihen sind also für Investoren geeignet, die ihr Kapital mit einer attraktiven Verzinsung anlegen, gleichzeitig aber von steigenden Zinsen profitieren möchten - in diesem Sinne beinhaltet das Produkt auch einen Inflationsschutz. Natürlich gilt auch bei diesen Produkten: Der Kapitalschutz gilt per Verfall und der Anleger trägt das Emittentenrisiko.

Vorteilhaft für den Investor ist zudem, dass er nicht auf den bestehenden Markt von Floater-Anleihen zurückgreifen muss. Je nach gewünschter Laufzeit, Ausgestaltung und Gegenparteirisko lassen sich individuelle, massgeschneiderte Strukturen konstruieren.