Die Aktion war diskret geplant und perfekt abgestimmt. Anfang Dezember fluteten die grossen Notenbanken der Welt die Märkte mit billigem Geld. Sie halten so die Zinsen tief. Zehnjährige Staatsanleihen von erstklassigen Schuldnerländern werfen deshalb weniger als 2 Prozent ab. Bei schweizerischen Bundesobligationen übersteigt der Coupon selbst bei den über 20 Jahre laufenden Anleihen kaum 1,2 Prozent.

Schnell Probleme

Umgekehrt fielen die Preise der Bankenobligationen, und so schossen sowohl Renditen als auch die Preise der Absicherungsinstrumente, der Credit Default Swaps (CDS), in die Höhe. Grund ist der trotz Intervention der Zentralbanken ausgetrocknete Interbankenmarkt, über den sich Geschäftsbanken kurzfristig Geld ohne Sicherheiten besorgen. Weil viele europäische Institute zu einem Drittel sehr kurzfristig refinanziert sind, genügen zehn schlechte Refinanzierungstage, um eine Bank in Schwierigkeiten zu bringen und die Anleihenmärkte zu beunruhigen.

Bankanleihen gelten bei Anlegern deshalb endgültig als riskante Papiere. Das eröffnet aber auch Renditechancen, selbst bei den Schweizer Geldinstituten. Beherzte Investoren finden etwa eine UBS-Anleihe in türkischer Lira, die vor knapp fünf Jahren auf den Kanalinseln emittiert wurde. Doch die Anleihe wird Ende Jahr zurückgezahlt. Sie rentiert derzeit per Verfall mit knapp 20 Prozent. Ein mit 6,8 Prozent verzinster Dollar-Bond der Credit Suisse läuft noch bis nächsten Mai. Hier winkt bei einem Kurs von derzeit 94 Prozent eine Rendite von 10,2 Prozent.

Anzeige

Niveau solider Industrieschuldner

Das sind allerdings Ausreisser, bei denen die Anleger Währungsrisiken und ­einen illiquiden Sekundärmarkt in Kauf nehmen. Üblicherweise rentieren die über 200 an unterschiedlichen Handelsplätzen und in verschiedenen Währungen aufgelegten UBS-Anleihen und die 100 Credit-Suisse-Obligationen tiefer. Für in Dollar, Pfund oder in Euro ausgegebene Papiere liegen die Renditen zwischen ­4 und 8 Prozent bei Laufzeiten zwischen zwei und sieben Jahren. Das sind 1 bis 2 Prozentpunkte weniger als bei vergleichbaren ­Adressen wie HSBC, JP Morgan oder Deutsche Bank.

Die höchste Frankenrendite haben UBS-Gläubiger bei einer noch fünf Jahre laufenden Anleihe – sie bringt 3,7 Prozent und damit viermal mehr als Bundesobligationen mit gleicher Laufzeit. Für eine andere UBS-Obligation mit Rückzahlung in vier Jahren winken 3,4 Prozent. Bei der Credit Suisse rentiert eine in New York begebene Frankenanleihe mit sechs Jahren Restlaufzeit 4,2 Prozent. Damit bewegen sich die Grossbanken auf dem Rendite­niveau solider Industrieschuldner.

Unterschiedliche Risikoprofile

Weniger zu holen, dafür auch ein geringeres Risiko gibt es auch bei den erstklassig kapitalisierten Vermögensverwaltern. Die einzige ausstehende Sarasin-Anleihe notiert bei 101,50 und bringt für die nächsten knapp vier Jahre noch eine Minirendite von 1,5 Prozent. Vontobel refinanziert sich anders – unter anderem über den Retail-Derivatemarkt – und auch Ju­lius Bär brachte Ende November eine 4,5 Prozent rentierende zehnjährige Frankenanleihe problemlos unter. Diese Obliga­tion ist als sogenannte Lower-Tier-2 klassifiziert und an das Eigenkapital der Bank anrechenbar.