Der kalifornische Technologiekonzern Apple ist derzeit intensiv auf der Suche nach Chipspezialisten. Mit einer eigenen Entwicklungsabteilung hofft das Unternehmen, künftig bessere und effizientere Chips für seine Geräte wie iPhone und iPod Touch herstellen zu können. Ausserdem verspricht sich Apple mehr Schutz seiner Innovationen vor der Konkurrenz. Der Konzern hat Fachleute aus unterschiedlichen Gebieten der Halbleiterindustrie angeheuert. Sie sollen Multifunktionschips für Handys entwerfen.

Erst kürzlich nahm Apple Raja Koduri unter Vertrag, der früher als technischer Leiter der Grafiksparte bei AMD angestellt war. Bob Drebin, der einst bei AMD den gleichen Posten innehatte, arbeitet bereits bei Apple. Stellenausschreibungen auf der Apple-Internetseite beschreiben Dutzende chipbezogene Positionen.

Jetzt folgt die Expansion

Die aggressive Einstellungspolitik des Konzerns ist ein weiteres Zeichen dafür, dass der jüngste Erfolg dem Unternehmen eine Expansion erlaubt, während andere Tech-Riesen in der Rezession Arbeitskräfte abbauen müssen. Ausserdem zeigt Apples Strategie die Abwendung von einem langfristigen Trend: Die meisten grossen Elektronikfirmen haben die Entwicklung von Chips und anderen Komponenten an externe Dienstleister ausgegliedert.

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Neues Know-how ist gefragt

Bereits im vergangenen Frühjahr erwarb Apple das Start-up-Unternehmen P. A. Semi. Den Kauf erklärte Firmenchef Steve Jobs als einen Weg zur Aneignung von Know-how und Technologie, um zunehmend anspruchsvolle Software auf iPhones und iPods zu bringen. «Man kann nicht einfach einkaufen fahren und diese Chips aus dem Regal holen», so Jobs in einem Interview.

Apples Einstellungstour im Bereich Halbleiter begann jedoch schon vor dem Kauf von P. A. Semi und ging in den vergangenen Monaten weiter. Das zeigen Profile auf der Networking-Seite LinkedIn. Dort sind mehr als 100 Menschen gelistet, die derzeit bei Apple arbeiten und Fachwissen in Sachen Chips besitzen - darunter Veteranen von Intel, Samsung und Qualcomm.

Die aktuellen Stellenausschreibungen geben Hinweise auf künftige Eigenschaften von Apple-Geräten: So werden Spezialisten für Handschriftenerkennung gesucht, in anderen Jobprofilen wird Know-how bei Chips für Display-Management verlangt.