ASCOM . Ascom funktionierte in den letzten Jahren nach dem Prinzip der Zellteilung: Einzelne Sparten wurden verkauft, weil sie zu zyklisch waren und/oder Ascom die Kraft nicht hatte, diese auf eine kritische Grösse zu bringen. Übrig blieben Wireless Solutions und Security Solutions; auf diesen zwei Standbeinen sollte der geschrumpfte Konzern weiterwachsen. Im 1. Semester erwies sich indes die Security-Sparte als Problemfall und letzten Freitag konkretisierte deshalb der neue Chef Riet Cadonau die im September angekündigten Restrukturierungspläne.

In der Security-Sparte sollen die beiden Bereiche Traffic (Verkehrs-Kommunikationssysteme) und das Industriegeschäft Schweiz verkauft werden. Für Toll und Payphones sucht Ascom bereits nach Käufern. Weiter werden 155 Arbeitsplätze, davon etwa die Hälfte in der Schweiz, abgebaut.

Mit der Rumpf-Ascom strebt Cadonau im nächsten Jahr einen Umsatz von 500 Mio Fr. und einen Betriebsgewinn zwischen 30 und 40 Mio Fr., entsprechend einer Ebit-Marge von 6 bis 8%, an. Dieses Jahr hatte lediglich die Wireless-Sparte dieses Ziel erreicht. «Die Wireless-Sparte dürfte dieses Ziel auch erreichen», sagt Vontobel-Analyst Panagiotis Spiliopoulos, «die Security-Sparte hingegen nicht.» Die jetzige Restrukturierung sei die letzte, Rudolf Hadorn, ehemaliger Ascom-CEO, hatte eine andere Strategie für diese Sparte gehabt. Ob und wie die längerfristigen Ziele erreicht werden können, ist laut Spiliopoulos schwierig zu beurteilen.

«Ascom hat aber eine reelle Chance, weil die Ziele aus Veränderungen beim Unternehmen und nicht von Marktparametern her abgeleitet werden», meint Spiliopoulos. «Jetzt hängt es von der Execution des Managements ab.»

Auf dem aktuellen Niveau (12 Fr.) ist die Ascom-Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 30 hoch bewertet. Neben operativen Faktoren dürfte auch das Schicksal der 20%-Beteiligung, welche die ZKB gerade hält, eine Rolle spielen. Bis zum operativen Turnaround ist die Aktie kein Kauf.