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Asien dominiert den globalen Goldmarkt

China und das Gold: Die Nachfrage könnte in diesem Jahr erstmals bei über 1000 Tonnen liegen. (Bild: Keystone)

In den ersten neun Monaten des Jahres kaufte die Volksrepublik China so viel Gold wie kein anderes Land auf der Welt. Die Verlagerung der Nachfrage von West nach Ost beschleunigt sich dramatisch.

Von Mathias Ohanian
am 18.11.2013

China ist in diesem Jahr zum weltgrössten Käufer von Gold aufgestiegen. Das zeigt der quartalsweise veröffentlichte Bericht des World Gold Council. Demnach habe China 2013 bislang 798 Tonnen des Edelmetalls erstanden. Indien hingegen kaufte lediglich für rund 715 Tonnen Gold.

Vor allem in den drei Monaten von Juli bis September liess die Nachfrage spürbar nach: Im dritten Quartal kauften die Inder lediglich 71 Tonnen. Der Hauptgrund dafür: Die Regierung verdoppelte kürzlich die Steuer auf importiertes Gold von vier auf acht Prozent (siehe Video), um das Defizit in der Leistungsbilanz zu reduzieren. Dieser Fehlbetrag gilt als eine zentrale Ursache dafür, dass die Landeswährung zuletzt auf ein historisches Tief im Vergleich zum Dollar gesunken ist und auch die Börse kräftig einbüsste.

In China hingegen lässt der Konsumhunger der rasant wachsenden Mittelschicht des 1,5-Milliarden-Volkes bislang noch nicht nach: Erstmals könnte der Verbrauch in diesem Jahr über den Wert von 1000 Tonnen klettern. Kürzlich warnt der grösste Produzent Chinas, die China Gold Group, jedoch, dass der kräftige Absatz ab dem kommenden Jahr etwas abflauen dürfte.

Indien und China sind die weltgrössten Käufer

Damit sind die beiden asiatischen Schwellenländer China und Indien mit weitem Abstand die weltgrössten Abnehmer des wertvollen Metalls. Zum Vergleich: Die Nachfrage der Verbraucher in den westlichen Nationen lag bislang in diesem Jahr nur bei 402 Tonnen, gemäss der Statistik des World Gold Council. China und Indien fragten zusammen also fast die vierfache Menge Gold nach als alle westlichen Staaten zusammen.

Insgesamt lag der Verbrauch der Märkte in Fernost und im Orient bei 2167 Tonnen. Damit lag das Verhältnis der Nachfrage von Ost zu West in den ersten neun Monaten des Jahres bei 5,4. Im Schnitt der vergangenen Jahre lag dieser Faktor hingegen bei 3,7. Gestützt von der sich verschiebenden Nachfrage von West nach Ost bleibe der globale Goldmarkt stabil, sagte Marcus Grubb, Direktor beim World Gold Council.

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