Mit dem Hunger von Wall-Street-Firmen nach zuverlässigen Handelsgewinnen feiert eine in Ungnade gefallene Strategie ihr Comeback. Mit einer sogenannten «weltweiten Makro-Strategie» sind einige Investoren erfolgreich. Indem sie auf Trends bei Währungen, Zinssätzen und anderen Makrogrössen rund um die Welt gewettet haben, haben diese Händler grosse Gewinne eingefahren. 2007 erzielten weltweite Makrofonds laut Credit-Suisse/Tremont-Hedge-Fond-Index durchschnittlich einen Wertzuwachs von über 17%; im Januar 2008 waren es laut Hedge Fund Research 1,7%.

Einer der Fonds mit den höchsten Gewinnen ist Alan Howards 20 Mrd Dollar schwerer Brevan Howard Asset Management, der im Januar 10% dazugewann; 2007 lagen die Gewinne des besten Hedge-Fonds des Unternehmens bei 25%.

Andere Gewinner sind der Makrofonds von GLG Partners mit einem Plus von 51% 2007 und Peter Thiels Clarium Capital Management, der im Januar um über 24% zulegte und um über 40% im vergangenen Jahr. Die Volatilität am Anleihenmarkt, fallende Zinssätze und eine steile Zinsstrukturkurve in den USA brächten «die Art von Umfeld, das sehr gut für Makromanager ist», sagt Gary Vaughan-Smith, Partner bei SilverStreet Capital. Dieses Umfeld ist auch vorteilhaft für den 44-jährigen Howard. Sein Unternehmen gehört mittlerweile zu den grössten Hedge-Fonds weltweit. Der Makrohandel war vor zwei Jahrzehnten sehr beliebt und wurde unter anderem durch Milliardär George Soros populär. Die Popularität schwand, als die Weltwirtschaft sich gleichförmig positiv zu entwickeln begann.

Die Makrostrategie «scheint die einzige zu sein, mit der man in der aktuellen Umbruchphase Gewinne machen kann», meint Omar Kodmani, Senior Executive Officer des Hedge-Fonds-Dachfonds Permal Group, der 2007 auch in Fonds wie Brevan Howard investiert hat.

In den vergangenen Jahren waren die jährlichen Renditen von Brevan Howard mit durchschnittlich 10,5% nicht aussergewöhnlich. Aber das Unternehmen ist spezialisiert auf kurzfristige Trades, die normalerweise dann gewinnen, wenn in entwickelten Ländern die Zinssätze sinken.

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Howard war Händler bei der Credit Suisse, bevor er 2002 mit 870 Mio Dollar seinen eigenen Fonds auflegte. 2007 sammelte Howard mit dem Börsengang des neuen Fonds BH Macro an der London Stock Exchange 770 Mio Euro ein. Investiert wurden die Gelder in den Master Fund, der sonst für neue Anleger geschlossen ist. Brevan Howard erwartet weiter steigende Gewinne. Das Management begründet dies in einem Brief an die Anleger mit dem günstigen weltwirtschaftlichen Umfeld für Makrostrategien: «Wir sehen für 2008 blutarmes Wachstum mit Abschwungrisiken.»