DERIVATE . Eine der verlässlichsten Regeln des Börsenjahres ist die Jahresendrally. In den letzten sieben Jahren brachte der Dezember für den Swiss Market Index (SMI) sechsmal einen Wertzuwachs zwischen 1,1% (2000) und 3,3% (2004), nur 2002 war die Performance mit minus 7,5% negativ. Die letzten vier Jahre brachten regelmässige Zuwächse um 2,5%.

Gute Voraussetzungen

In diesem Jahr erscheint die Ausgangsbasis für eine Rally noch besser als zuvor. Nach dem Jahrestiefststand am 21. November ist der SMI auf Erholungskurs. Die technischen Widerstände, den die Analysten der Credit Suisse bei 8525 und 8660 Indexpunkten festgestellt hatten, sind längst überwunden. Die fundamental erstellten Indexprognosen der Banken weisen ebenfalls auf Zugewinne hin: Clariden-Leu rechnet mit 9100. Bereits ins nächste Jahr blickt man bei Julius Bär. Die Schätzung für die Jahresmitte liegt bei 9450 Punkten, Ende 2008 soll der SMI die 10000-Marke erreicht haben. Für Anleger gibt es mehrere Wege, ein Jahresend-Rally zu nutzen – auch über das Jahresende hinaus. Reine Indextracker machen zwar kostengünstig das Auf und Ab des SMI mit, die Kauf- und Verkaufskosten können jedoch mögliche Kursgewinne entscheidend schmälern. Outperformance Zertifikate lassen die Anleger an den Kursgewinnen über einer bestimmten Schwelle – für Anleger mit Anlagehorizont bis Jahresende der aktuelle SMI-Stand – überproportional partizipieren. Unterhalb dieser Schwelle funktioniert dieses Produkt wie ein Index-Tracker. In der Schweiz bietet Goldman Sachs (OPSMI) ein solches Produkt an. Risikofähige Anleger werden sich nach passenden Call-Warrants umsehen. Calls, die «tief im Geld» liegen, wo also der Ausübungspreis deutlich überschritten worden ist, funktionieren eher wie Index-Tracker als Calls mit Ausübungspreisen über dem aktuellen Indexstand. Fünf Scheine mit Ausübungspreisen zwischen 4000 und 7000 SMI-Punkten verfallen am 20. bzw. 21. Dezember. Die Calls SMUAR, SMINO und SMIIV verfallen im März, Juni und September kommenden Jahres und sind gegenwärtig die SMI-Calls mit den niedrigsten Ausübungspreisen und ausreichend langen Restlaufzeiten; hier sind die Risiken nicht so gross wie bei Calls, die weit aus dem Geld liegen. Anlagen in SMI-Calls müssen genau überwacht werden. Anleger haben mit kapitalgeschützten Produkten die Alternative, nur einen Teil der Performance einer Jahresendrally mitzumachen und dafür eine Sicherung zu erhalten. Einige der konservativ ausgestalteten Kapitalschutzprodukte firmieren unter den Bezeichnungen «Protein» bei der ZKB, «Vont Units» bei der Bank Vontobel oder «Capital Protected Note» bei der Bank Leu.

Beliebte Bonuszertifikate

Einen sehr beliebten Kompromiss zwischen Risiken, Chancen und Performance bilden die Bonuszertifikate, sie sind geeignet für leicht steigende Basiswerte wie eine Jahresendrally. Bis auf eine Ausnahme sind die 18 an der SWX erhältlichen SMI-Bonuszertifikate «Bull»-Produkte, das heisst, Anleger profitieren von einer positiven Entwicklung des Basiswertes, solange die Barriere nicht verletzt wird. Ist das der Fall, wandelt sich der Bonus-Schein in einen Index-Tracker, der keinen Schutz mehr aufweist, aber noch weiter das Potenzial hat, eine starke Performance des SMI mitzumachen. Konservative Anleger wählen Bonuszertifikate mit tiefen Barrieren unter 5000 Punkten wie SMIXL, PPAAX oder PPAAI.

Anzeige