Was ist mit den riesigen Unterschieden zwischen den Ranglisten für das 3. Quartal von Thomson Reuters und Dealogic? Die Liste von Thomson Reuters spiegelt ein Stühlerücken bei den Banken wider, die als Berater Fusionen und Übernahmen (Mergers and Acquisitions, kurz M&A) in Europa begleiten.

JP Morgan Chase fällt dabei im Zeitraum der ersten neun Monate 2009 auf Platz 8. Im Gesamtjahr 2008 lag die Investmentbank noch auf Rang 2. Thomson Reuters schreibt JP Morgan 87 Deals im Wert von 147,7 Mrd Dollar gut. Damit platzierte sich die Bank hinter Morgan Stanley und Citigroup. Bei Dealogic landet JP Morgan mit 114 Transaktionen im Wert von 187,8 Mrd Dollar auf Platz 3.

Im Fall von JP Morgan liefen einige Entscheidungen von Thomson Reuters gegen die Bank. Die Rettungsaktionen für die Royal Bank of Scotland und die Lloyds Banking Group in Höhe von 40 Mrd Dollar wurden 2008 angekündigt, aber im Februar 2009 vollzogen. Thomson Reuters schrieb die Deals den fünf beteiligten Banken (JP Morgan war nicht dabei) für dieses Jahr gut, Dealogic verbuchte sie für 2008.

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Die Kriterien machen es aus

JP Morgan war der alleinige Berater der Deutschen Telekom bei ihrem Joint Venture im Wert von 8,4 Mrd Dollar mit der France Télécom. Dealogic hat diese Transaktion mit einbezogen, Thomson Reuters nicht, da die «exklusiven Verhandlungen» zwischen beiden Seiten nicht die Kriterien erfüllten.

In der Rangliste von Thomson Reuters blieb Goldman Sachs mit 80 Deals im Wert von 219,5 Mrd Dollar auf Platz 1 in Europa. Morgan Stanley und Lazard waren die beiden grössten Gewinner und platzierten sich auf Rang 2 und 3 (Vergleichszeitraum 2008: Rang 8 bzw. 9). Lazard kam bei Dealogic auf den 2. Platz, Morgan Stanley nur auf Position 6.