Bis Jahresanfang fühlten sich die Top-Manager der grossen IT-Firmen HP, Oracle, Microsoft, IBM und Cisco relativ sicher vor den Folgen einer möglichen Wachstumsabschwächung in den USA. Beim Analysten-Konferenzgespräch letzte Woche erklärte Cisco-CEO John Chambers jedoch, er erwarte eine Verlangsamung des Geschäftsgangs, die mindestens «einige Monate» anhalten werde. Und schickte damit die Technologieaktien auf Talfahrt.

Weitere Hinweise auf eine sich abschwächende Wachstumsdynamik kommen von den Marktforschern von IDC. IDC nahm seine Jahresprognose von 6 auf 5% Umsatzplus weltweit zurück. In den USA soll zudem der PC-Markt um 5% schrumpfen, nachdem er 2007 noch um 2% gewachsen war. Der IT-Markt werde sich einer Rezession in den USA nicht entziehen können, prophezeit IDC.

Vor diesem Hintergrund erstaunt es nicht, dass etliche Analysten die Erwartungen für den ganzen Sektor reduziert haben. Die Analysten von Goldman Sachs beispielsweise weisen zudem darauf hin, dass IT-Ausgaben empirisch stark mit der Entwicklung des Bruttosozialproduktes zusammenhängen, die Finanzdienstleister sehr wichtige Käufer der IT-Firmen sind und IT-Aktien die Schwankungen der Aktienmärkte überdurchschnittlich stark nachzeichnen.

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Applied Materials unter Druck

In der Folge ist bei den IT-Werten mit relativ tiefer impliziter Volatilität und fallendem Gewinnmomentum zu rechnen die Analysten von Goldman Sachs empfehlen den Kauf von Puts.

Gegenwärtig haben Anleger die Qual der Wahl zwischen 180 in der Schweiz erhältlichen Puts, Mini-Futures (in der Short-Variante, die von fallenden Kursen profitiert) sowie von Knock-out-Puts. Die Anbieter sind Goldman Sachs, Vontobel, ABN Amro, die Deutsche Bank sowie die UBS. Überdurchschnittliche Umsätze gab es in den letzten Tagen bei den Puts NDXMG, NDXAE, DB558K und NASPB. Anleger, die eher eine Seitwärtsbewegung erwarten, könnten auch bei den knapp 50 von der Deutschen Bank angebotenen Discount-Zertifikaten fündig werden. Das Chancen-Risiko-Profil lässt sich hier durch die Wahl der Schwelle steuern, unter welcher der Wert zurückbezahlt wird. Die Erfahrungen der letzten Wochen zeigen, dass knapp bemessene Puffer rasch verschwunden sind – auch wenn Anleger hinsichtlich der Richtung korrekt disponiert hatten.

Einzelaktien, die laut den Analysten von Goldman Sachs besonders stark fallen werden, sind die der beiden Chiphersteller Applied Materials (es sind acht Puts erhältlich) und Texas Instruments (es sind zehn Puts emittiert worden) sowie die Aktien des Sicherheitssoftware-Anbieters Verisign (zehn Puts).

Relativ glimpflich werden laut Analysten die eingangs erwähnten Blue Chips unter den Technologiewerten davonkommen. Deutsche Bank und UBS haben auf Oracle Discount-Zertifikate ausstehend, für IBM bieten Vontobel, die Dresdner und die Credit Suisse defensive Produkte an, und bei Hewlett-Packard haben Merrill Lynch und die Deutsche Bank je ein Capped-Bonus-Zertifikat bzw. einen Discounter ausstehend.