Bis Ende Dezember können Anleger den jährlichen Maximalbetrag in die Säule 3a einzahlen und damit sowohl ihre Altersvorsorge sichern als auch Steuern sparen.

Die Produktepalette zu diesem Zweck ist breit und nicht frei von Problemen. So hat das «verlorene Jahrzehnt» an den Aktienbörsen auch die freiwillige Vorsorge nicht verschont. Viele Wertschriftenfonds der Säule 3a haben in den letzten zehn Jahren keine positive Rendite erwirtschaftet. Wer sich für einen Fonds mit Aktienanteil entscheidet, sollte also einen Anlagehorizont von mindestens zehn Jahren haben.

Dabei gilt: Je höher der Aktienanteil (gesetzlich erlaubt sind bei Säule-3a-Vehikeln maximal 50% Aktien), desto länger der Anlagehorizont. Entscheidend sind jedoch auch subjektive Faktoren: Wer schlaflose Nächte hat, wenn das Produkt in einem Jahr an Wert verliert, hält sich besser an Konti.

Zinsunterschiede entscheiden

Bei den Vorsorgekonti bietet im Moment die Banca Popolare di Sondrio (Suisse) mit 2,75% die höchsten Zinsen (vergleiche Tabelle). Auch die PostFinance (2,5%), Lienhardt & Partner (2,3%) und die WIR Bank (2,3%) liegen auf Spitzenplätzen. Credit Suisse und UBS zahlen stattliche 2,25%. Obwohl Zinsunterschiede von einem halben Prozent auf den ersten Blick klein erscheinen: Über Jahrzehnte gerechnet können sie Differenzen in fünfstelliger Höhe bewirken.

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Bei Fonds der Säule 3a sieht sich der Sparer häufig mit höheren Gebühren konfrontiert. «Man sollte nicht nur die Gebühren vergleichen», empfiehlt jedoch Thomas Metzger, Leiter Vermögensberatung vom VZ Vermögenszentrum. Denn: «Ausschlaggebend ist die Nettowertentwicklung. Wenn diese überzeugt, dann sind die teureren Kosten teilweise gerechtfertigt». Wer weniger Gebühren zahlen will, kann auch einen ETF berücksichtigen. Allerdings ist bei den Index-Fonds das Angebot noch klein. Bisher bieten die Zürcher Privatbank Lienhardt & Partner und die CS entsprechende Vehikel für die Säule 3a an.

Was generell bei der Geldanlage gilt, betrifft auch die freiwillige Vorsorge: Diversifikation lohnt sich. «Der spätere Bezug kann gestaffelt erfolgen, und man profitiert in der Regel von einer tieferen Steuerprogression», erklärt Metzger. Sparer dürfen mehrere Konti oder Fonds parallel führen. Der Maximalbetrag darf jedoch nicht überschritten werden. Angestellte, die einer Pensionskasse angeschlossen sind, können bis Ende Jahr 6566 Fr. in die Säule 3a einzahlen. Für Selbstständige gilt: 20% des Nettoerwerbseinkommens (maximal 32832 Fr). Weiterer Vorteil: Vermögen in der Säule 3a sind vom steuerbaren Einkommen abziehbar.


Versicherungslösungen verpflichten die Anleger

Wer zusätzlich zur Steuerbegünstigung und Altersvorsorge auch einen Schutz im Invaliditäts- und Todesfall anstrebt, wählt Versicherungslösungen für die Säule 3a. Im Gegensatz zu Bankenlösungen sind diese allerdings an eine fixe Vertragsdauer gebunden (bei Vorsorgekonti ist ein Bankenwechsel jederzeit möglich) und regelmässige Zahlungen sind vorgegeben. Ein vorzeitiger Bezug oder Wechsel der Gesellschaft birgt ein Verlustrisiko.

Der Lebensversicherer Skandia bietet mit dem Derivatehaus EFG Financial Products ein neues Produkt an. Trotz einer definierten Ablaufleistung kann der Kunde von der Performance ausgewählter Aktienanlagen profitieren. Das Vehikel ermöglicht dank einer eingebauten dynamischen Reservekomponente eine Partizipation an den Börsen. Laut Metzger können solche Innovationen eine Bereicherung für den Markt sein. Allerdings sollten die Kosten im Auge behalten werden und das Produkt vom Anleger verstanden werden. (maj)