Blackberries haben längst den Status des Manager-spielzeugs verloren und sind zu einem unverzichtbaren Arbeitsinstrument vieler Geschäfts- und Privatleute geworden, die unterwegs ihre Emails bewirtschaften möchten. Inzwischen können die kleinen Geräte viel mehr als nur E-Mails handhaben – es gibt sie in Handy-Formen, mit Kameras und Browsern, die auch mobilen Zugang zum Internet erlauben.

Mittelfristig robuste Gewinne

Das können inzwischen auch die entsprechenden Geräte von Nokia, Samsung und SonyEricsson. Am ehesten hatten Analysten aber Apples iPhone zugetraut, dem kanadischen Blackberry-Hersteller Research-in-Motion (RIM) Marktanteile abzunehmen. Daraus wurde nichts – RIM hat seine Stückzahlen in den letzten zwölf Monaten glatt verdoppelt.

Auch Umsatz und Gewinn lagen über den Erwartungen. Die Goldman-Sachs-Technologieanalystin Simona Jankowski traut RIM zu, die Erwartungen in den kommenen 12 bis 24 Monaten zu übertreffen und den Gewinn pro Aktie um mehr als 30% auszuweiten. Das kürzlich vorgestellte «fette» Gerät sowie der für den Herbst geplante Start eines weiteren neuen Blackberry dürfte mittel- und längerfristig die Kurse beflügeln, zumal die Marktdurchdringung noch relativ niedrig ist und das Potenzial damit gewaltig.

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Ehemalige Industriegrössen wie Palm sind abgemeldet, Microsoft fasst nicht richtig Fuss. Nur kurzfristig ist Jankowski skeptisch und hat ihre Erwartungen leicht unter den Analystenkonsens gelegt. Zwei Gründe führt sie ins Feld: So hat sich das Benutzerwachstum vor zwei bis drei Jahren einmal abgeschwächt. Und weil diese Benutzergeneration auch weniger Neugeräte nachfragt, könnte es jetzt eine kleine Wachstumsverlangsamung geben. Und die jüngste Befragung von Firmen-IT-Verantwortlichen, welche Goldman Sachs wie viele andere US-Investmentbanken regelmässig vornimmt, zeigte, dass Unternehmen gegenwärtig etwas zurückhaltend sind, wenn es darum geht, den Managern jeweils das letzte Blackberry-Modell zu kaufen.

Kurzfristig etwas bewölkt, mittelfristig robust – das ist ein ideales Umfeld für eine Optionsstrategie, zumal die kurzfristige implizite Volatilität, die einen wichtigen Faktor für die Berechnung von Optionen darstellt, stark zurückgegangen ist und in der Nähe des Zweijahrestiefs notiert.

Das ist bemerkenswert, denn eine aktuell zum 62-Fachen der aktuellen Gewinnschätzungen sehr hoch bewertete Aktie erträgt überhaupt keine schlechten Nachrichten. Kurzfristig raten die Optionsexperten deshalb zu Puts mit Ausübungspreisen um 125 Dollar. Wenn Die RIM-Aktie unter diese Schwelle fällt, weil Anleger Gewinne mitnehmen, gewinnt der Put-Anleger. Auf mittlere Frist hingegen erscheint der Kauf von Calls mit Ausübungspreisen in einem Preisband von 140 und 170 Dollar angebracht.

Gewinn vervielfachen

Diesem Profil entspricht beispielsweise der Vontobel-Put RIMPZ. Viele weitere Puts weisen zu tiefe Ausübungspreise auf, weil einfach der Aktienkurs den Emittenten «davongelaufen» ist. Von den Calls kommen RIMSI, RIMVT oder DB6V80 in Frage, die alle Ausübungspreise von 140 und mehr Dollar haben und Laufzeiten bis mindestens Dezember 2008.

Auch hier liegen viele Calls tief im Geld, und wer mit der Aktie seit November, dem Zeitpunkt der letzten Empfehlung hier, 40% Gewinn gemacht hatte, konnte mit Calls ein Vielfaches einspielen.