Die Börsenkurse bewegen sich weiterhin im Schlingerkurs: Für Anleger mit schwachen Nerven ein schwieriges Umfeld. Viele haben sich daher von den Märkten verabschiedet. Sinkende Handelsvolumen sind eine Folge davon. Die Experten der Bank Wegelin vergleichen das Marktmuster mit einem Rodeoritt. Nur wer mutig sei und über Nehmerqualitäten verfüge, soll sich derzeit an die Aktienmärkte wagen.

Denn die täglichen Kursschwankungen bieten auch Chancen. Risikobewusste Anleger können, wenn sie ihre Mittel richtig einsetzen, derzeit profitieren.

Know-how entscheidend

Day Trader sind Anleger, welche versuchen, Tagestrends zu erkennen und auf diese spekulieren. Sie halten Positionen kaum länger als einen Tag und müssen aufgrund der spekulativen Strategie auch mit Verlusten rechnen.

Grundlage für den Handel der Day Trader ist meist die technische Chartanalyse. Sie versucht, aus Steigung und Gefälle des Kursverlaufs das Momentum herauszulesen. Das Momentum zeigt an, ob ein Trend sich beschleunigt, abbremst oder dreht. Verschiedene Anbieter vermitteln in Chartanalyse-Seminaren die dafür nötigen Kenntnisse. In den Kursen werden die grundlegenden Techniken erlernt, um die richtigen Kennzahlen zu berechnen und von den Kursmustern zu profitieren.

Schnell sein – aber mit Vorsicht

Stop-Loss-Marken sind für Trader ein wichtiges Hilfsinstrument, ohne sie können Verluste schnell ins Bodenlose gehen. Untergrenzen lösen Positionen beim Sinken unter ein bestimmtes Kursniveau auf. Wie hoch diese Marken gesetzt werden sollen, hängt von der Genauigkeit der Schätzungen und dem Risikoempfinden des Investors ab. Zwar haben an den Märkten die Kursschwankungen etwas nachgelassen, doch ist für viele Anlageexperten die Kurzfristigkeit der Trends noch immer ein Problem. Ist ein Momentum erkannt, kann der optimale Einstiegszeitpunkt schnell verpasst sein. Daher gilt es schnell zu handeln, wenn man glaubt, einen Trend zu erkennen.

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Pharma bei Profis gefragt

Bei den Chartanalyse-Experten der ZKB stechen derzeit drei Titel positiv hervor. Das Pharmaunternehmen Acino verfügt über eine ausserordentlich hohe relative Stärke zum Gesamtmarkt und der Aufwärtstrend ist noch ungebrochen. Das Biopharmaunternehmen Actelion überzeugt ebenfalls durch die relative Stärke zum Gesamtmarkt. In den letzten beiden Monaten wurden keine neuen Jahrestiefststände verzeichnet. Ein positives Signal.

Der Baukonzern Holcim verfügt derzeit über etwas höhere Risiken. Die Aktie hat die kurzfristige Abwärtstrendlinie zuletzt überschritten. Der längerfristige Abwärtstrend ist jedoch noch immer intakt.

Nicht nur technische Analyse

Dennoch ist die Chartanalyse wissenschaftlich umstritten. Studien zeigen, dass Trader im Vergleich zu langfristigen Investoren eher den Kürzeren ziehen. Es besteht die Gefahr, dass Gewinne zu früh realisiert werden oder bei Verlusten Titel zu schnell abgestossen werden. Viele Anleger schwören jedoch auf die technische Analyse. «Im aktuellen Umfeld kann die Chartanalyse durchaus nützlich sein, da die Beobachtung von Fundamentalfaktoren bisweilen an Grenzen stösst», so ZKB-Chartanalyse-Spezialist Philipp Jäggle.

«Optimal ist meiner Ansicht nach eine Strategie, welche sowohl die fundamentalen Faktoren als auch die Chartanalyse einbezieht», sagt Jäggle. Im Endeffekt müsse aber jeder Anleger selbst entscheiden, welche Methoden seinem Anlagestil am besten entsprechen.