Er sei noch stärker abgemagert und sehe schlecht aus, hiess es in einem Zeitungsbericht drei Tage vor der Ergebnismeldung. Die Gesundheit von Steve Jobs, der vor vier Jahren an Bauchspeicheldrüsen-Krebs erkrankt war, machte Analysten und Investoren vergangene Woche mindestens so nervös wie der bescheidene Ausblick.

Apple hat es laut den Kommentatoren der «New York Times» verpasst, einen Nachfolger für den charismatischen Firmenchef aufzubauen. Die Aktie fiel um 12% und riss viele Hebelprodukte wie AAPLV, APPXJ oder AAPJD mit.

Glänzende Zahlen überschattet

Am Analysten-Konferenzgespräch anlässlich des 3. Quartals 2008 gab sich Finanzchef Peter Oppenheimer redlich Mühe, den Schaden in Grenzen zu halten. Die Gesundheit von Steve Jobs sei dessen Privatangelegenheit. Die Analysten der Citigroup stellten eine Abweichung von der bisherigen Sprachregelung fest, wonach Jobs Antibiotika gegen eine Infektion genommen habe. «Weil über dieses Thema keine Klarheit hergestellt wurde, dürfte es noch eine Weile einen Überhang von Aktien geben.» Öffentlich sind hingegen die Zahlen, und die waren für das letzte Quartal glänzend ausgefallen. Der Quartalsumsatz stieg im Vorjahresvergleich um 38% auf 7,46 Mrd Dollar, 200 Mio mehr, als die Analysten erwartet hatten. Der Reingewinn wuchs um 31% auf 1,07 Mrd Dollar, entsprechend 1.19 Dollar pro Aktie. Der Konsens hatte mit 1.08 Dollar gerechnet.

Nicht nur die iPods, bei welchen der Umsatz um 11% stieg, auch die Computer und Notebooks verkaufen sich glänzend. Sie haben damit laut den Marktforschern von IDC Apple nach HP und Dell mit einem von 6,2 auf 7,8% gesteigerten Marktanteil zum drittgrössten Computerhersteller in den USA gemacht.

Noch nicht enthalten waren in den Zahlen die Verkäufe des neuen 3G-iPhones. Laut dem US-Netzbetreiber AT&T waren in den ersten Tagen fast doppelt so viele Geräte verkauft worden wie im vergangenen Jahr bei der Lancierung des iPhones der ersten Generation. Die erste Million 3G-iPhones war nach drei Tagen weg. Beim Vorgängermodell hatte es laut den Analysten von Morgan Stanley 74 Tage gedauert.

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Möglicherweise werden diese Käufe wieder einmal dafür sorgen, dass ein zu pessimistisch ausgefallener Ausblick übertroffen wird. Oppenheimer rechnet mit einem Umsatzplus von 5% für dieses Quartal, genau so viel wie zum gleichen Zeitpunkt in den beiden vergangenen Jahren. Danach konnte er jeweils Umsatzsteigerungen von 11 bis 15% ausweisen.

Vor dem Hintergrund der neuen Produktegenerationen bei Laptops und iPods, der glänzend ausgefallenen Verkäufe für das iPhone und fehlender Anzeichen einer sich abschwächenden Nachfrage rechnen die Analysten von Citigroup und Deutsche Bank trotz tieferer Margenziele mit positiven Überraschungen. Die Preisziele liegen mit 192 Dollar (Morgan Stanley) bis 287 Dollar (Citigroup) über den aktuellen Notierungen.Kurzfristig biete sich somit laut den Analysten ein günstiges Kauffenster.

Risikopuffer nicht vergessen

Für Anleger, die von weiter steigenden Aktienkursen ausgehen, sind deshalb Calls wie AAPJL oder AAPLV attraktiv. AAPJL läuft zudem erst Ende 2010 aus und verträgt eine grössere Durststrecke. Das hohe Interesse für die liquiden Puts wie DB8U69, AAPLG oder AAPLK zeigt, dass sich einige Anleger absichern bzw. auf schlechte Nachrichten zu Steve Jobs Gesundheit einstellen. Defensive Anleger finden etliche geeignete Produkte wie VON7MJ, REVLF oder Discounter wie APLDR, mit denen sie bei stagnierenden Kursen besser fahren als mit der Aktie selber. Aufgrund der beträchtlichen Volatilität der Aktie ist bei solchen Produkten auf einen ausreichenden Puffer zu achten.