Die Produktionszahlen der Industrie sind im Dezember weltweit gefallen. Das legt nahe, dass die Rezession in den davon betroffenen westlichen Industrieländern auch 2009 noch anhalten wird und die Arbeitslosenzahlen wieder steigen werden. In den USA meldete keiner der vom Institute for Supply Management befragten Industriezweige ein Wachstum. Einige Sparten, etwa die für Holzprodukte, die besonders beim Bau von Eigenheimen nachgefragt werden, befinden sich seit zwei Jahren in einem Abschwung.

Die Auftragseingänge fielen auf den niedrigsten Stand seit Beginn entsprechender Erhebungen vor 60 Jahren. Exporte und Produktion sanken ebenfalls, die Arbeitslosenraten stiegen. Der Nachfragerückgang nach Industriegütern zwingt US-Unternehmen dazu, Arbeiter zu entlassen, Fabriken zu schliessen und die Produktion zurückzufahren.

Rabenschwarze Aussichten

Ein Beamter der US-Notenbank drang aufgrund der neuen Daten darauf, ein Steueranreizmodell zu schaffen, um eine möglicherweise lang anhaltende Periode wirtschaftlicher Stagnation in den USA zu vermeiden. «Der finanzielle und wirtschaftliche Feuersturm stellt ein grosses Risiko einer längeren Stagnationsperiode dar», sagte Janet Yelle, Chefin der San Francisco Federal Reserve Bank. «Wenn es einen richtigen Zeitpunkt für einen steuerlichen Stimulus gibt, dann jetzt.»

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Etliche andere Berichte über die Herstellungsaktivitäten weltweit fielen ebenso trostlos aus. Produktion ist einer der Schlüsselfaktoren für das Bruttoinlandprodukt eines Landes, und entsprechende Zahlen dienen oft als Barometer für künftiges Wirtschaftswachstum. Die Fabrikation in Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien fiel auf ein Elfjahrestief. In Russland sank ein entsprechender Index auf seinen niedrigsten Stand seit Aufzeichnungsbeginn im September 1997. Der gleichzeitige Rückgang in reichen und armen Ländern ist dabei in dieser Form neu und hat einige Experten zu der Ansicht gebracht, dass 2009 noch keine Besserung in Sicht sei. Der weltweite Herstellungsindex von JP Morgan, der Erhebungen aus 19 Ländern beinhaltet, fiel im Dezember auf einen neuen Tiefstand, übereinstimmend mit einem heftigen annualisierten Rückgang von 17%.

Stahlbranche leidet besonders

Das Ringen der Stahlkonzerne ist besonders beunruhigend, da die Gesundheit dieser Industrie als früher Indikator dafür gesehen wird. Die Branchenriesen ArcelorMittal, U.S. Steel und AK Steel haben bereits Entlassungen in den USA und Kanada angekündigt. 1,9 Mio Menschen verloren 2008 in den USA ihren Job. Und es wird erwartet, dass die Arbeitslosenrate, die bei 7,2% liegt, weiter ansteigt.

«Die Erhebungen unterstreichen die Schwere der globalen Rezession, die unserer Meinung nach die schlimmste seit dem Zweiten Weltkrieg sein wird», sagt Nigel Gault, Ökonom bei IHS Global Insight. Sein Unternehmen schätzt, dass das US-Bruttoinlandprodukt im 4. Quartal um 5,6% gefallen ist. «Da es keine Anzeichen gibt, dass sich der Abschwung verlangsamt, werden die Zahlen für das 1. Quartal 2009 ähnlich aussehen», so Gault.