Der Topbanker Burkhard Varnholt prophezeit einen beispiellosen Börsen-Boom. «Alles deutet darauf hin, dass sich die wichtigen Börsen in den kommenden fünf Jahren nochmals verdoppeln», sagt der Anlagechef der Bank Julius Bär zu SonntagsBlick.

Für den Swiss Market Index (SMI) bedeute dies: «20000 Punkte im Jahr 2020 sind möglich.» Treiber der Aktienhausse sind laut Varnholt die tiefen Zinsen. Im Vergleich mit Obligationen seien Aktien noch immer sehr günstig. «Wenn wir im Jahr 2020 noch das heutige Zinsniveau haben, braucht es nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, dass man dann für Aktien 25- oder 30-mal den Jahresgewinn bezahlen wird.»

«Diskussion um höhere Zinsen ist reine Rhetorik» 

Die Gefahr, dass die Zinsen bald ansteigen, sieht er nicht: «Die Diskussion um höhere Zinsen ist reine Rhetorik. Die Notenbanken wollen damit vor allem zeigen, dass sie unabhängig sind und eigenständig entscheiden. Tatsächlich sind sie aber hypernervös. Sie lassen von allem die Finger, was die Stabilität des Gesamtsystems gefährden könnte. Sobald sie sehen, dass sie auf dünnes Eis kommen, machen sie einen Schritt zurück.» Angesichts der noch immer wackligen US-Konjunktur werde die amerikanische Notenbank deshalb noch lange warten, bis sie an der Zinsschraube drehe.

(dbe)