Die 1.-Halbjahres-Zahlen des Edelschokoladeherstellers Lindt & Sprüngli lösten bei den Anlegern gedämpfte Reaktionen aus. Etwas tiefer als das leicht negative Marktumfeld gingen die Valoren nach Publikation des Zahlensets in den Handel. Zwar bestätigte das Zürcher Traditionshaus mit Sitz in Kilchberg seine im März publizierten Gesamtjahresprognosen von einem Ebit von 260 bis 280 Mio Fr. und einem organischen Umsatzwachstum von 2 bis 5%.

Doch sank der Umsatz im 1. Halbjahr um minus 5,4%, das organische Wachstum trug dazu 0,2% bei. Hier waren die Erwartungen der Analysten enttäuscht worden. Allerdings fällt das 1. Halbjahr aufgrund der Saisonalität des Schokoladengeschäfts traditionell schwächer aus.

Nordamerika überrascht positiv

Ein Blick auf die Entwicklung der Regionen zeigt zudem in Nordamerika ein überraschend hohes organisches Wachstum von 5,5%. Gemäss einer Studie der Zürcher Kantonalbank erzielt Lindt & Sprüngli in den USA 22,9% des Umsatzes - damit ist die Region der grösste Umsatzträger. In den übrigen Regionen war der Umsatz mit minus 8% im Durchschnitt rückläufig. Gemäss ZKB-Analyst Patrik Schwendimann ist Lindt & Sprüngli in der Marktnische Premium-Schokolade weltweit die klare Nummer 1. Er stufte den Titel jüngst auf «Übergewichten» hoch: «Das aktuelle Kursniveau bietet auf Jahressicht ein Erholungspotenzial von mindestens 20%», lautet seine Begründung. Seit Jahresbeginn steigerte sich die Namenaktie bereits um rund 21%.

Weniger begehrt waren hingegen die Valoren des Konkurrenten Barry Callebaut. Im gleichen Zeitraum haben die Papiere des Schokoladenproduzenten 13% an Wert eingebüsst. Dabei fielen die 3.-Quartals-Zahlen durchaus solide aus. «Die Zahlen bestätigen, dass die Firma mit ihrem Schwerpunkt auf dem Industriegeschäft richtig liegt», schreibt die Vontobel-Analystin Claudia Lenz. Am Publikationstag schloss die Aktie 2,2% höher. Der Konzern strebt für das Geschäftsjahr 2008/09 ein Volumenwachstum von 2 bis 4% sowie ein zweistelliges Gewinnwachstum in Lokalwährungen an.

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Die sich aufhellende Konsumentenstimmung sowie das positive Image von dunkler Schokolade dürfte die Schokoladenproduzenten unterstützen.