Die britische Notenbank hat ihre Wachstumsprognose gesenkt und signalisiert eine Zinserhöhung bis Mitte 2016. Die Bank of England (BoE) erwartet in ihrem vorgelegten Inflationsbericht für dieses Jahr nur noch einen Zuwachs beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 2,5 Prozent. Im Februar hatte sie das Plus noch auf 2,9 Prozent geschätzt.

Die BoE legt bei ihrer Prognose nicht die eigenen geldpolitischen Pläne zugrunde, sondern orientiert sich an den Erwartungen am Finanzmarkt. Dort werden höhere Leitzinsen für das zweite Quartal 2016 eingepreist.

Seit Jahren auf historisch tiefem Niveau

Laut Notenbank ist dies eine realistische Einschätzung. Denn die Erwartung stehe weitgehend im Einklang mit der von den Währungshütern signalisierten behutsamen Straffung der Geldpolitik über die kommenden Jahre hinweg. Die BoE hält den Leitzins seit mehr als sechs Jahren auf dem historisch niedrigen Niveau von 0,5 Prozent.

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Die BoE strebt eine Inflationsrate von zwei Prozent an. Sie sieht diese Marke binnen zwei Jahren erreicht. Trotz zuletzt stagnierender und in den kommenden Monaten wohl sinkender Preise droht laut Zentralbankchef Mark Carney keine Deflation. Bei einem solchen Preisverfall auf breiter Front halten sich Verbraucher mit Käufen zurück, Gehälter sinken und Firmen zögern Investitionen hinaus. Zuletzt zogen die Löhne aber an: Bis Ende 2015 sollen die Arbeitnehmer laut Notenbank 2,5 Prozent mehr in der Tasche haben als im Vorjahr.

(awp/ise/chb)