1. Home
  2. Invest
  3. Banken ziehen den SMI in die Tiefe

Börse
Banken ziehen den SMI in die Tiefe

Börsentafel: Die Kurse zeigen nach unten. Keystone

Die Korrektur an der Schweizer Börse geht weiter. Besonders die Bankentitel stehen unter Druck. Doch auch am breiten Markt gibt es viele Verlierer.

Veröffentlicht am 18.05.2017

Die Schweizer Börse hat am Donnerstag an den Abwärtstrend vom Vortag angeknüpft und auf breiter Front nachgegeben. Die Anleger seien verunsichert und strichen Gewinne ein. Die innenpolitische Entwicklung in den USA mache sie nervös. Der SMI weitete die Verluste bis am frühen Nachmittag aus und notierte um ein Prozent tiefer auf 8900 Punkten (Stand 14:45). Am Mittwoch hatte der Leitindex 1,4 Prozent eingebüsst.

Die US-Börsen hatten ihre Verluste nach Handelsschluss in Europa ausgeweitet und die weltweit gehandelten US-Aktien-Futures deuteten weitere Einbussen an. «Die Diskussion um eine Amtsenthebung des US-Präsidenten Donald Trump verunsichert die Anleger», sagte ein Händler. Der mögliche Eingriff Trumps in FBI-Ermittlungen und sein angeblicher Geheimnisverrat drängten die anstehenden Konjunkturdaten in den Hintergrund. Am Nachmittag werden die wöchentlichen Erstanträgen auf US-Arbeitslosenhilfe und die Frühindikatoren veröffentlicht.

Credit Suisse sackt ab

Abgesehen von politischen Störfaktoren seien kaum Wolken am Börsenhimmel auszumachen. «Bevor man daher nun einfach losrennt und verkauft, sollte man einen Schritt zurücktreten. Der Markt bisher hat gut zehn Prozent gewonnen. Da ist es nur normal, wenn die Kurse mal etwas schwächeln», sagte ein Händler.

Die stärksten Verluste verbuchten die Aktien der Banken, die stark unter dem Rückgang der Anleihenrenditen litten - denn tiefe Zinsen bedeuten auch weniger Verdienstmöglichkeiten für die Finanzkonzerne. Europaweit litten daher die Bankaktien. Der Branchenindex fiel um zwei Prozent. Die Anteile der Credit Suisse sackten um 2,8 Prozent ab. Die Aktionäre der Grossbank haben der geplante Kapitalerhöhung um vier Milliarden Franken zugestimmt.

Etwas weniger stark im Angebot waren die Anteile der UBS und des Vermögensverwalters Julius Bär, die 2,4 und 0,8 Prozent nachgaben. Auch die Versicherungstitel schwächten sich meist ab, allerdings weniger stark als die Banken.

Novartis und Roche tiefer

Die schwergewichtigen Pharmawerte Novartis und Roche sanken um jeweils mehr als ein Prozent. Nestle, das dritte SMI-Schwergewicht, lag mit minus 0,2 Prozent vergleichsweise gut im Markt.

Auch die meisten zyklischen Anteile waren auf der Verliererseite zu finden. Die Aktien des Luxusgüterherstellers Richemont, die am Vortag wegen Gewinnmitnahmen unter die Räder gekommen waren, schlugen sich mit minus 0,1 Prozent deutlich besser als der Markt. Swatch büssten dagegen 1,3 Prozent ein. Die Aktien des Elektrokonzerns ABB, des Zementriesen LafargeHolcim, des Personalvermittlers Adecco und des Prüfkonzerns SGS sackten um 1,5 bis zwei Prozent ab.

Noch stärkere Verluste verbuchten Aktien am breiten Markt, die besonders gut gelaufen waren. Händler sagten, möglicherweise nähmen bei den auf kleine und mittelgrosse Firmen spezialisierten Fonds Rücknahmen zu.

AMS crasht

AMS fielen um sechs Prozent, nachdem sich der Kurs des Sensorenherstellers im laufenden Jahr mehr als verdoppelt hatte. Die Anteile des Maschinenbauers Bobst, des Schraubenhändlers Bossard und des Vakuum-Ventile-Herstellers VAT, die 2017 mehr als einen Drittel an Wert gewonnen hatten, fielen überdurchschnittlich.

Gegen den negativen Trend fielen die Aktien von Züblin mit einem Kursgewinn von vier Prozent auf. Die Immobilienfirma kehrte im Geschäftsjahr 2016/17 mit einem Gewinn von 29,9 Millionen Franken in die schwarzen Zahlen zurück.

(reuters/gku/ise)

Anzeige